Henkel Aktie: Preise treiben Prognose
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deHenkel überrascht mit starkem Umsatzwachstum im dritten Quartal und hebt die Umsatzprognose für 2026 an. Die Ergebnisziele verschiebt der Konzern dagegen nach unten, zumindest innerhalb der bisherigen Spannen. Die Mitteilung kam kurzfristig und außerplanmäßig per Ad-hoc.
Preissteigerungen tragen das Wachstum
Der Konzernumsatz lag nach vorläufigen Zahlen bei 5,71 Milliarden Euro, nominal ein Plus von 11,0 Prozent. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, wuchs Henkel um 6,5 Prozent. Der Vara-Konsens hatte nur 4,1 Prozent erwartet.
Den Löwenanteil lieferten höhere Preise mit 5,4 Prozentpunkten. Die Verkaufsmengen steuerten 1,1 Punkte bei. Alle Regionen und beide Unternehmensbereiche trugen zum Wachstum bei.
Im Klebstoffgeschäft Adhesive Technologies stieg der organische Umsatz um 7,9 Prozent auf 3,03 Milliarden Euro, erwartet worden waren 5,5 Prozent. Bei Consumer Brands mit Marken wie Persil und Schwarzkopf waren es 4,8 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro, der Konsens lag bei 2,5 Prozent. Auffällig: Im Konsumgütergeschäft zogen die Mengen mit 1,6 Prozent stärker an als im Klebstoffbereich.
Marge am unteren Rand, Gewinn je Aktie konkretisiert
Für das Gesamtjahr erwartet Henkel nun ein organisches Umsatzplus von drei bis vier Prozent, bisher waren es 1,5 bis 3,5 Prozent. Bei Adhesive Technologies liegt die Spanne jetzt bei 4,5 bis 5,5 Prozent, bei Consumer Brands bei 1,5 bis 2,5 Prozent.
Bei der Profitabilität präzisiert der Konzern. Die bereinigte Umsatzrendite soll bei rund 15 Prozent liegen, in der unteren Hälfte der bisherigen Spanne von 14,5 bis 16,0 Prozent. Analysten hatten zuvor mit 14,8 Prozent gerechnet.
Der Grund liegt vor allem im Klebstoffsegment. Dort peilt Henkel nur noch rund 16,5 Prozent an, den unteren Rand der früheren Spanne bis 18,0 Prozent. Consumer Brands soll dagegen mit rund 15 Prozent in der oberen Hälfte der bisherigen Bandbreite landen.
Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll bei konstanten Wechselkursen im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen. Zuvor hatte Henkel einen Anstieg im niedrigen bis hohen einstelligen Bereich angepeilt. Die Prognose rückt damit in die Mitte des alten Korridors.
Marktbeobachter dürften genau darauf schauen, wie viel vom Preisanstieg tatsächlich als Ertrag hängen bleibt. Die starken Preiseffekte im Klebstoffgeschäft schlagen sich offenbar nicht in höheren Margen nieder.
Ergebniskennzahlen für das dritte Quartal nennt Henkel traditionell nicht vorab. Den ausführlichen Bericht zu Quartal und den ersten neun Monaten legt der Konzern wie geplant am 10. November vor.
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