Henkel Aktie: Knobel setzt auf Zukäufe
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 07:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünf Milliarden Euro für Übernahmen – und noch nicht Schluss. Henkel-Chef Carsten Knobel hat in einem Interview klargemacht, dass der Konsumgüter- und Klebstoffkonzern seinen Expansionskurs fortsetzen will. Vereinbart oder bereits abgeschlossen seien in den vergangenen Monaten Zukäufe in dieser Größenordnung, verteilt auf beide Unternehmensbereiche.
Zwei Sparten, ein Ziel
Sowohl die Klebstoffsparte Adhesive Technologies mit Marken wie Pattex und Pritt als auch die Konsumgütersparte mit Persil, Schwarzkopf und Pril sollen von den Zukäufen profitieren. Knobel betont, beide Bereiche hätten organisch großes Wachstumspotenzial. Zusätzliche Übernahmen sollen diese Entwicklung aber gezielt verstärken.
Für künftige Deals nennt der Vorstandschef drei Kriterien: der strategische Fit, die Verfügbarkeit des Zielunternehmens und die finanzielle Attraktivität. Sind diese Bedingungen erfüllt, greife Henkel zu — eine klare Ansage an den Markt, dass weitere Akquisitionen folgen könnten.
Kostendruck durch Energiepreise
Parallel zur Wachstumsstrategie kämpft Henkel mit steigenden Kosten. Die hohen Ölpreise wirken sich auch auf den Konzern aus, obwohl Rohöl kein direkter Rohstoff ist. Knobel spricht von einem spürbaren Kostenschub bei Energie sowie bei eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten.
Diesen Kostendruck an Verbraucher weiterzugeben, wird zunehmend schwieriger. Bei Konsumgütern akzeptieren Kunden höhere Preise laut Knobel nur, wenn sie mit konkreten Produktinnovationen einhergehen.
Im Industriegeschäft mit Klebstoffen lassen sich Preiserhöhungen zwar durchsetzen — allerdings erwarten Kunden dort im Gegenzug auch wieder Preissenkungen, sobald sich die Rohstoffkosten entspannen. Genau diese Schwankungsbreite bezeichnet Knobel als aktuelle Herausforderung für den Konzern.
Henkel navigiert damit zwischen zwei Baustellen: einer aktiven Übernahmestrategie zur Stärkung beider Geschäftsbereiche und einem volatilen Kostenumfeld, das die Preisgestaltung erschwert. Wie sich die angekündigten Zukäufe konkret auf Umsatz und Marge auswirken, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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