Helmerich, Payne

Helmerich & Payne Aktie: Verlust, Rig-Offensive

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 18:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bohrdienstleister verfehlt Gewinnerwartungen deutlich, investiert aber parallel in neue Rig-Verträge für Australien und Argentinien.

Helmerich & Payne: Quartalsverlust trotz Umsatzplus und Australien-Expansion
Industrielle Ölplattform in der Dämmerung als Symbol für die Energiebranche und Marktaktivitäten Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Quartal mit rotem Vorzeichen bei den Kennzahlen, gleichzeitig neue Bohrverträge auf einem anderen Kontinent — bei Helmerich & Payne gehen operative Realität und Wachstumskurs derzeit auseinander. Der Bohrdienstleister aus Tulsa meldete für sein drittes Fiskalquartal einen Gewinn je Aktie deutlich unter den Erwartungen, während im selben Zeitraum die Expansion in Australien Fahrt aufnimmt.

Zahlen verfehlen die Erwartung, Umsatz übertrifft

Der Konzern verbuchte im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 1,035 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von rund 987 Millionen Dollar. Beim Ergebnis lief es umgekehrt: Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,11 Dollar, während der Markt einen Gewinn von 0,06 Dollar erwartet hatte — eine Verfehlung um 0,17 Dollar. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 76 Millionen Dollar, der allerdings maßgeblich auf einen Sondereffekt aus dem Verkauf der Immobilie Utica Square in Höhe von rund 115 Millionen Dollar zurückgeht.

Die Aktie reagierte mit einem Kursrückgang von 3,51 Prozent auf 33,28 Dollar. Auf Sicht von drei Monaten steht ein Minus von knapp zwölf Prozent zu Buche, auf Jahressicht bleibt mit einem Plus von gut 108 Prozent aber ein deutliches Übergewicht der Bullen sichtbar.

Operativ zeigt sich das Bild je nach Segment unterschiedlich:

  • North America Solutions: Betriebsgewinn von 140 Millionen Dollar, zehn zusätzliche Rigs im Einsatz, Tagesmarge von 18.669 Dollar
  • International Solutions: Betriebsverlust von rund 54 Millionen Dollar, dafür fünf neue Rig-Verträge in Argentinien
  • Offshore: Betriebsgewinn von etwa 17 Millionen Dollar, Auftragsbestand gestiegen auf 3,6 Milliarden Dollar nach einer Vertragsverlängerung in Norwegen

Rund 25 Millionen Dollar flossen im Quartal über das laufende Dividendenprogramm an die Aktionäre zurück.

Dritter Rig für Australien

Während die Bilanz gemischte Signale sendet, expandiert Helmerich & Payne im Beetaloo Basin im australischen Northern Territory. Gemeinsam mit Formentera Partners, dessen Tochter Daly Waters Energy und dem Energiekonzern INPEX hat das Unternehmen einen weiteren FlexRig unter Vertrag genommen — bereits den dritten Bohrturm des Unternehmens in Australien und den zweiten im Beetaloo-Becken. Der Rig ist ausgelegt für Bohrungen mit mehr als 20.000 Fuß horizontaler Reichweite und soll im zweiten Quartal 2027 vor Ort eintreffen.

Der Vertrag sichert die Kapazität bis zum Ende des Jahrzehnts, mit einer Option zur Verlängerung bis 2032. Formentera hat seit dem Einstieg in die Region 2022 eine Fläche von 1,9 Millionen Acres zusammengetragen und vergleicht das geologische Potenzial mit dem der Marcellus-Formation in Pennsylvania — als Basis für eine mögliche künftige LNG-Exportkette in den asiatisch-pazifischen Raum.

Für Helmerich & Payne bleibt damit die Gemengelage bestehen: schwache Quartalsmargen im internationalen Geschäft, robuste Nachfrage in Nordamerika und eine wachsende Position in aufstrebenden Auslandsmärkten wie Argentinien und Australien.

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