Hellofresh Aktie: Umsatzprognose für 2026 gekappt
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 06:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach den jüngsten operativen Dämpfern blicken Marktbeobachter mit Zurückhaltung auf HelloFresh. Die Aktie des Berliner Lieferdienstes ging am Freitag bei 2,36 Euro aus dem Handel. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf 62 Prozent. Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, wie stark die gekürzten Werbebudgets die künftige Nachfrage belasten.
Geteilte Reaktionen im Analystenlager
Am 28. September passten mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen an die veränderten Rahmenbedingungen an. Kepler Cheuvreux stufte das Papier von „Reduce“ auf „Hold“ hoch, senkte das Kursziel jedoch von 3,50 Euro auf 2,30 Euro. Analyst Sven Sauer reduzierte seine Schätzungen dabei deutlich, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.
Am selben Tag äußerte sich das Bankhaus Berenberg. Analyst Trion Reid beließ die Einstufung auf „Buy“, halbierte die Erwartungen jedoch beinahe und kappte das Kursziel von 9,00 Euro auf 5,00 Euro. Reid verwies zur Begründung auf die schwache Entwicklung bei den Neukunden und äußerte zusätzliche Skepsis mit Blick auf das Geschäftsjahr 2027.
Die Zurückhaltung der Experten spiegelt die Unsicherheit über das Tempo der Stabilisierung wider. Die drastisch gesenkten Zielmarken verdeutlichen, dass der Markt den kurzfristigen Spielraum für eine Erholung skeptisch einstuft.
Ursachen der operativen Bremsspuren
Das Unternehmen senkte die Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 auf einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent.
Zuvor war der Vorstand noch von einem Minus am unteren Ende der Spanne von 3 bis 6 Prozent ausgegangen. Das währungsbereinigte AEBITDA soll nun 350 bis 370 Millionen Euro erreichen, nachdem zuvor 375 bis 425 Millionen Euro angepeilt worden waren.
Für das dritte Quartal rechnet das Management mit einem währungsbereinigten Umsatzminus von 11 bis 12 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (AEBITDA) soll im Quartal zwischen 45 und 55 Millionen Euro liegen. Das Unternehmen führte das verlangsamte Neukundengeschäft maßgeblich auf reduzierte Marketingausgaben zurück, insbesondere in der traditionell wichtigen Back-to-School-Phase.
Verschiebungen im Aktionärskreis und nächster Berichtstermin
Auch in der Aktionärsstruktur zeigten sich Veränderungen. Laut einer Stimmrechtsmitteilung sank die Gesamtposition der Bank of America Corporation an HelloFresh auf 4,80 Prozent, nach zuvor 5,43 Prozent. Der Anteil gliedert sich in 1,35 Prozent Stimmrechte aus Aktien und 3,45 Prozent über Finanzinstrumente. Der meldepflichtige Schwellenübertritt fand am 25. September statt.
Konkrete Antworten auf die offenen Fragen zur Ertragskraft erwarten Investoren Anfang November. HelloFresh hat die Vorlage der Quartalsmitteilung für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Jahres für den 5. November 2026 angekündigt. Anleger werden den Zwischenbericht vor allem daraufhin prüfen, ob die Einsparungen im Vertrieb die Profitabilität wie geplant absichern können.
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