Hawkins Aktie: Rekord trotz Gewinnrückgang
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 01:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hawkins meldet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Rekordumsatz – und trotzdem sinkt der Gewinn je Aktie. Der Widerspruch hat einen Namen: Übernahmen. Wer verstehen will, warum das Wasseraufbereitungs- und Spezialchemie-Unternehmen trotz Wachstums in allen Sparten beim Ergebnis Federn lässt, muss auf die Integrationskosten der vergangenen Zukäufe schauen.
Wachstum in allen Sparten
Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf 315,7 Millionen Dollar – ein Rekord für ein erstes Quartal. Getragen wurde das Wachstum von allen drei Segmenten gleichermaßen:
- Water Treatment: plus 6 Prozent auf 158,3 Millionen Dollar
- Food & Health Sciences: plus 9 Prozent auf 97,3 Millionen Dollar
- Industrial Solutions: plus 10 Prozent
Der Gewinn je Aktie sank dagegen um 4 Prozent auf 1,35 Dollar, der Nettogewinn fiel um 3 Prozent auf 28,3 Millionen Dollar. Grund sind höhere Abschreibungen und Zinskosten aus den zahlreichen Zukäufen der vergangenen Quartale – allein im Geschäftsjahr 2026 verzeichnete Hawkins sechs Übernahmen, darunter WaterSurplus. CEO Patrick Hawkins verwies zusätzlich auf Rohstoffvolatilität zu Quartalsbeginn, die sich zum Ende hin stabilisiert habe.
Cashflow und Dividende ziehen an
Der operative Cashflow stieg um 12 Prozent auf 35,2 Millionen Dollar, der freie Cashflow legte um über 30 Prozent auf 23,5 Millionen Dollar zu. Das Geld floss in Aktienrückkäufe über 7,0 Millionen Dollar, Dividendenzahlungen von 4,0 Millionen Dollar sowie den Zukauf von Aqua-Chem für 3,6 Millionen Dollar – ein Wasseraufbereitungs-Distributor mit Schwerpunkt Nebraska und Iowa.
Passend zum soliden Cashflow beschloss der Vorstand am 29. Juli 2026 eine Erhöhung der Quartalsdividende um 5 Prozent auf 0,20 Dollar je Aktie, zahlbar am 28. August 2026 an Aktionäre, die am 14. August 2026 im Bestand geführt werden. Seit 1985 zahlt das Unternehmen ununterbrochen eine Dividende.
Bewertung bleibt umstritten
Das Analystenbild ist nicht einheitlich. Barclays initiierte im Juni mit "Hold" und einem Kursziel von 170 Dollar und verwies auf die mit rund dem 19-fachen EV/EBITDA ambitionierte Bewertung angesichts eines nur mittleren einstelligen Gewinnwachstums. Der Analystendurchschnitt liegt dagegen bei 184,50 Dollar, mit zwei Kauf- und zwei Halte-Einstufungen unter den vier beobachtenden Häusern.
Mit einem für die kommenden zwölf Monate erwarteten KGV von 33,6 preist der Markt weiteres Wachstum ein. Die Verschuldung lag zum Quartalsende beim 1,36-fachen des bereinigten EBITDA.
Bis Ende des Geschäftsjahres 2027 will Hawkins die Verschuldung auf rund das 1-fache des bereinigten EBITDA senken und dabei weiter in margenstärkere Geschäftsbereiche investieren. Die nächste Dividendenzahlung fließt am 28. August 2026 an die zum 14. August 2026 registrierten Aktionäre.
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