Harmonic, Aktie

Harmonic Aktie: Umsatzsprung mit Nebenwirkungen

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 11:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Harmonic steigerte den Quartalsumsatz um 64 Prozent und hob die Umsatzprognose für 2026 auf 545 bis 555 Millionen Dollar an.
Abstraktes Bild moderner Glasfaser-Infrastruktur mit atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Beim Breitbandausrüster Harmonic fällt das Urteil über die Quartalszahlen ungewöhnlich eindeutig aus, obwohl der Gewinn je Aktie knapp unter den Erwartungen blieb. Nachbörslich legte die Aktie um gut 16 Prozent zu, von 10,19 auf rund 11,90 Dollar. Der Grund: ein kräftiger Umsatzsprung und die dritte Prognoseanhebung in diesem Jahr.

Umsatz schlägt Erwartungen deutlich

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 64 Prozent auf 148,8 Millionen Dollar. Analysten hatten mit rund 131 Millionen gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,16 Dollar nach den Erwartungen von 0,17 Dollar. Die Differenz fiel an der Börse kaum ins Gewicht.

Treiber war das Geschäft außerhalb der beiden größten Kunden. Dieses "Rest-of-Market"-Segment verdoppelte sich auf einen Rekordanteil von 46 Prozent des Umsatzes. Bei den Aufträgen machte es sogar über 60 Prozent aus. Die Abhängigkeit von zwei Großkunden bleibt dennoch hoch: Sie stehen für 54 Prozent der Erlöse.

Prognose klar über Konsens

Für 2026 erwartet Harmonic nun einen Umsatz von 545 bis 555 Millionen Dollar, zuvor waren es 505 bis 525 Millionen. Der Mittelwert liegt deutlich über der bisherigen Analystenschätzung von rund 517 Millionen.

Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 0,80 bis 0,84 Dollar erreichen. Gegenüber der Februar-Planung ergibt sich beim Umsatz ein Plus von etwa 20 Prozent.

Für das vierte Quartal peilt das Management Erlöse von 141 bis 151 Millionen Dollar an. Das liegt über den Markterwartungen.

Bremsspuren zeigen sich bei den Kosten. Speicherchips und andere Komponenten verteuern sich, was die Marge bis 2027 belasten dürfte. Harmonic will Preiserhöhungen weitergeben. Außerdem lag der freie Cashflow im Quartal bei minus 5,1 Millionen Dollar, weil Lagerbestände und Forderungen wuchsen. Das Unternehmen kaufte vorsorglich Speicher ein, um die Versorgung zu sichern.

Neue Produkte und Kapitalrückfluss

Strategisch setzt Harmonic auf Glasfaser und die Analyseplattform SensAI. Neun neue Kunden in sieben Ländern kamen hinzu, darunter Liberty Latin America und TDC. Zudem übernahm das Unternehmen eine Plattform für Glasfaser-Management, die nun als cOS Loop läuft. Die Videosparte ist seit Juni verkauft, Harmonic arbeitet jetzt als reiner Breitbandanbieter.

Aktionäre profitieren über das laufende Rückkaufprogramm von 200 Millionen Dollar, von dem bereits 142 Millionen genutzt wurden. Seit Quartalsende flossen weitere 16 Millionen Dollar in Rückkäufe.

Eine 50-Gigabit-Lösung soll 2027 auf den Markt kommen. Der Auftragsbestand von 534 Millionen Dollar, von dem 72 Prozent binnen zwölf Monaten Umsatz werden sollen, stützt die Planung für das Schlussquartal.

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