Harley-Davidson, Aktie

Harley-Davidson Aktie: Prognose zum zweiten Mal angehoben

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 15:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Stärkere Händlerverkäufe und sinkende Bestände stützen höhere Jahresziele, während LiveWire ihre Prognose zurückgezogen hat.
Nahaufnahme eines modernen Motorradmotors bei stimmungsvoller Beleuchtung als Symbol für die Motorradindustrie. Illustration mit AI erstellt.

Weniger Gewinn, weniger Umsatz, trotzdem höhere Ziele: Harley-Davidson hat im dritten Quartal 2026 die Prognose für Motorradsparte und Finanzdienstleister im Jahresverlauf bereits zum zweiten Mal nach oben geschraubt. Der Grund liegt in der Nachfrage vor Ort. Die Händler verkaufen mehr, als der Konzern ausliefert.

Gewinneinbruch mit Sondereffekt

Der Nettogewinn sank auf 42,8 Millionen Dollar, nach 377,4 Millionen im Vorjahresquartal. Je Aktie standen 0,40 Dollar zu Buche, nach 3,10 Dollar. Der Umsatz fiel um gut zehn Prozent auf 964 Millionen Dollar.

Der Vergleich hinkt allerdings. Im dritten Quartal 2025 hatte die Finanztochter HDFS den Großteil ihrer Verbriefungsbeteiligungen und Kundenforderungen verkauft, was einen einmaligen Ertrag brachte. Seither fährt HDFS ein kapitalschonendes Modell, die operative Marge der Sparte lag zuletzt bei 9,7 Prozent.

Die Motorradsparte selbst erzielte ein operatives Ergebnis von 44 Millionen Dollar, 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Bruttomarge legte dagegen um 173 Basispunkte auf 28,1 Prozent zu, die Betriebskosten sanken leicht.

Händler verkaufen mehr, Lager schrumpfen

Die Auslieferungen an die Händler gingen um acht Prozent auf 33.616 Motorräder zurück. Das ist Absicht: Unter der Strategie „Back to the Bricks“ will Harley das Angebot an die Nachfrage anpassen. Die weltweiten Einzelhandelsverkäufe stiegen um fünf Prozent, in Nordamerika um neun Prozent. Es war das vierte Quartal in Folge mit Wachstum auf dem Heimatmarkt.

Die Lagerbestände der Händler liegen weltweit 26 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Nordamerika stammen 91 Prozent der Bestände aus dem aktuellen Modelljahr. Konzernchef Artie Starrs verweist auf Modelle wie Super Glide und Deadwood als Treiber.

Neue Ziele und neue Direktoren

Für 2026 erwartet der Konzern nun:

  • Einzelhandelsverkäufe: 135.500 bis 139.000 Motorräder
  • Auslieferungen: ebenfalls 135.500 bis 139.000 Einheiten
  • Operatives Ergebnis der Motorradsparte: 25 bis 55 Millionen Dollar
  • Operatives Ergebnis von HDFS: 60 bis 70 Millionen Dollar

Die Elektrotochter LiveWire hat ihre Prognose zurückgezogen. Zuvor hatte sie Zweifel an ihrer Fortführungsfähigkeit offengelegt, sie bleibt ein Risikofaktor im Konzern.

Zudem holt der Verwaltungsrat zwei neue unabhängige Mitglieder: Anthony Fassino, ehemaliger Caterpillar-Manager, und Bryan Slone, früher bei Deloitte und der US-Steuerbehörde. Das Gremium zählt damit zehn Mitglieder.

Den Aktionären flossen im Quartal 110 Millionen Dollar zu, davon 91 Millionen über Aktienrückkäufe. Die Aktie notierte vorbörslich bei 29,66 Dollar, ein Plus von 0,53 Prozent.

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