Hapag-Lloyd, Aktie

Hapag-Lloyd Aktie: Wieder mehr Tempo im Roten Meer

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 21:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hapag-Lloyd verzeichnet Gewinnrückgang durch Nahost-Krise, kündigt aber schrittweise Wiederaufnahme der Fahrten durchs Rote Meer an.

Hapag-Lloyd: Schrittweise Rückkehr ins Rote Meer trotz Gewinneinbruch
Ein modernes Containerschiff auf hoher See bei Sonnenuntergang als Symbol für den globalen Warenverkehr. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Zahlen fallen durchwachsen aus, der Kurs zieht trotzdem an. Hapag-Lloyd hat im zweiten Quartal 600 Millionen Dollar durch die Krise im Nahen Osten verloren – und meldet gleichzeitig, dass es auf einer der heikelsten Handelsrouten der Welt wieder aufwärts geht.

Reedereichef Rolf Habben Jansen kündigte an, die Fahrten durch das Rote Meer und den Suezkanal schrittweise wieder hochzufahren. Die Sicherheitslage habe sich gegenüber dem Jahresbeginn verbessert, seit Längerem sei kein Containerschiff mehr angegriffen worden.

Ganz anders die Lage in der Straße von Hormus: Die von Iran blockierte Meerenge bleibt eine offene Baustelle, seit dort im Februar ein Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran den Schiffsverkehr störte.

Nahost-Kosten drücken den Gewinn

Genau diese Blockade hat im zweiten Quartal empfindlich zu Buche geschlagen. Der Nettogewinn brach von 306 auf 83 Millionen Dollar ein, zusätzliche Kosten für Treibstoff, Versicherung, Lagerung und Umleitungen belasteten das Liner-Shipping-Segment. Das operative Ergebnis dieser Sparte fiel von 167 auf 153 Millionen Dollar.

Ausgeglichen wurde ein Teil davon durch starke Exporte aus Asien und eine anziehende Nachfrage in den USA. Nach einem schwachen Jahresauftakt beschreibt das Management das zweite Quartal deshalb als spürbar besser – getragen von höheren Spotraten und robuster Nachfrage.

Ausblick bleibt trotz Anhebung wackelig

Hapag-Lloyd hatte die Jahresprognose bereits Mitte Juli angehoben. Das EBIT für 2026 soll nun zwischen 100 Millionen und einer Milliarde Euro liegen – eine Spanne, die die Unsicherheit selbst offenlegt. Das Unternehmen betont, dass die volatilen Frachtraten und der Nahost-Konflikt weiterhin erhebliche Risiken für diese Prognose darstellen.

An der Börse kommt das Zahlenwerk gemischt an. JPMorgan hob das Kursziel zwar von 70 auf 75 Euro an, beließ die Einstufung aber bei "Underweight". Die Bank sieht zwar Rückenwind durch gestiegene Frachtraten, warnt jedoch vor erheblichem Abwärtspotenzial, sollte sich das Ratenniveau wieder normalisieren.

Für die zweite Jahreshälfte kündigt Habben Jansen Fokus auf Kostendisziplin an, parallel zum Ausbau von Linienschifffahrt und Terminalgeschäft. Ob die schrittweise Rückkehr ins Rote Meer tatsächlich Kosten spart, hängt davon ab, wie stabil sich die Sicherheitslage dort in den kommenden Monaten entwickelt.

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