Hain, Celestial

Hain Celestial Aktie: Verkauf des Auslandsgeschäfts

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hain Celestial vereinbart den Verkauf internationaler Marken an AURELIUS und will die Erlöse zur Schuldentilgung einsetzen; der Abschluss bleibt abhängig.

Hain Celestial verkauft Auslandsgeschäft für 323 Millionen Dollar
Abstrakte Darstellung von strategischer Unternehmensumstrukturierung und globalem Handel in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt.

Hain Celestial trennt sich von seinem internationalen Geschäft. Der Konzern hat mit der Private-Equity-Gesellschaft AURELIUS eine endgültige Vereinbarung getroffen, die Marken wie Ella's Kitchen, Linda McCartney Foods und New Covent Garden Soups umfasst. Der Kaufpreis liegt bei geschätzt 323 Millionen Dollar in bar.

Damit zieht das Management einen Schlussstrich unter die seit Monaten laufende strategische Überprüfung. CEO Alison Lewis begründet den Schritt mit dem Ziel, das Portfolio zu vereinfachen und sich künftig auf ein schlankeres nordamerikanisches Geschäft zu konzentrieren. Übrig bleiben dann Marken wie Celestial Seasonings, The Greek Gods Joghurt und Earth's Best Organic.

Schulden im Fokus

Die Nettoerlöse aus dem Verkauf sollen zwischen 305 und 310 Millionen Dollar liegen und vollständig zur Schuldenreduzierung verwendet werden. Das ist kein Nebenaspekt: Hain steht unter Zeitdruck, weil die Kreditvereinbarung im Dezember 2026 fällig wird. Die Transaktion mit AURELIUS ist an eine Verlängerung dieser Frist gekoppelt — kommt sie nicht binnen 30 Tagen nach Vertragsunterzeichnung zustande, kann der Käufer aussteigen.

Zum Ende des vierten Geschäftsquartals lag die Gesamtverschuldung bei 558 Millionen Dollar, nach 705 Millionen Dollar zu Jahresbeginn. Die Nettoverschuldung sank im gleichen Zeitraum von 650 auf 500 Millionen Dollar. Der Verschluss der Transaktion wird für das zweite Geschäftsquartal erwartet, das am 31. Dezember 2026 endet.

Zahlen zeigen gemischtes Bild

Parallel zur Verkaufsmeldung legte Hain die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 vor. Der Umsatz im Schlussquartal fiel um 28 Prozent auf 263 Millionen Dollar, vor allem wegen des bereits abgeschlossenen Verkaufs des nordamerikanischen Snacks-Geschäfts. Organisch ging der Umsatz nur um 2 Prozent zurück.

Der Nettoverlust im Quartal lag bei 62 Millionen Dollar, deutlich weniger als die 273 Millionen Dollar Verlust im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr steht ein Nettoverlust von 305 Millionen Dollar zu Buche, nach 531 Millionen Dollar im Vorjahr.

Positiv: Der operative Cashflow stieg im Jahresvergleich um rund 250 Prozent auf 78 Millionen Dollar, der freie Cashflow drehte von einem Abfluss auf einen Zufluss von 58 Millionen Dollar.

Zusätzlich kündigte das Unternehmen Kostensenkungsmaßnahmen an, die auf Basis des kommenden Geschäftsjahres jährliche Einsparungen von rund 16 Millionen Dollar bringen sollen. Der Konzern reagiert damit auf die veränderte Unternehmensgröße nach dem geplanten Auslandsverkauf.

Für Hain Celestial hängt nun vieles an zwei parallelen Fäden: der Zustimmung der Kreditgeber zur Fristverlängerung und dem regulären Abschluss der AURELIUS-Transaktion. Beides muss greifen, damit aus der geplanten Neuausrichtung ein schlankeres, fokussiertes nordamerikanisches Unternehmen entstehen kann.

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