Hagerty, Aktie

Hagerty Aktie: Rückenwind durch Schadenquote

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Niedrigere Schadenschätzungen trugen zum höheren EBITDA-Ausblick bei; Hagerty meldete zugleich Wachstum bei Prämien und Mitgliedern.
Ein klassischer Oldtimer in einer modernen, minimalistischen Garage bei sanftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Hagerty übertrifft die Erwartungen im dritten Quartal klar und hebt die Prognose zum dritten Mal in Folge an. Treiber ist vor allem eine deutlich bessere Schadenentwicklung. Ein Teil des Gewinnsprungs ist allerdings ein Einmaleffekt.

Beat auf ganzer Linie

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,10 Dollar, erwartet war ein Cent. Der Umsatz kam auf 354 Millionen Dollar und übertraf die Schätzungen ebenfalls. Es war das 15. Quartal in Folge, in dem Hagerty die Erwartungen erfüllt oder geschlagen hat. Die Aktie legte vorbörslich knapp 8 Prozent zu und näherte sich ihrem Jahreshoch.

Das Kerngeschäft wächst stabil. Die geschriebenen Prämien stiegen im Quartal um 16 Prozent, getragen von mehr Policen statt höherer Preise. In den ersten neun Monaten gewann der Versicherer einen Rekord von 402.000 neuen Mitgliedern.

Was hinter dem Gewinn steckt

Die Schadenquote der Rückversicherungssparte Hagerty Re sank im Quartal auf 32,6 Prozent, nach 42,0 Prozent im Vorjahr. Das Management verweist auf ein stark ausgebautes Schadenteam, niedrigere Sachschäden und eine geringere Häufigkeit bei Haftpflichtfällen. Allein im dritten Quartal senkte das Unternehmen seine Schadenschätzung um 26 Millionen Dollar.

Die Anhebung der Prognose erklärt sich größtenteils damit: Von den rund 35 Millionen Dollar zusätzlichem EBITDA im Mittelwert stammen 26 Millionen aus dieser Auflösung. Der Rest geht laut Finanzchef auf Kostendisziplin zurück. Für 2026 peilt Hagerty nun ein bereinigtes EBITDA von 305 bis 315 Millionen Dollar an.

Ein Vorbehalt bleibt. Die Prognose enthält einen Effekt von 52 Millionen Dollar aus aktivierten Abschlusskosten, der 2027 wegfällt. Konkrete Eckdaten für 2027 will das Management erst mit den Zahlen zum vierten Quartal nennen.

CEO McKeel Hagerty warnte zudem, die Preise für Sammlerfahrzeuge könnten nach dem starken Anstieg 2026 eine Pause einlegen. Der Marktplatz-Umsatz fiel im Quartal um 6 Prozent, weil geringere Eigenverkäufe das Auktionswachstum von 65 Prozent überlagerten.

Analysten werden mutiger

Oppenheimer hebt das Kursziel von 15 auf 20 Dollar an und bleibt bei "Outperform". Die Schätzung für den bereinigten Gewinn je Aktie 2026 steigt von 0,02 auf 0,17 Dollar, für 2027 auf 0,62 Dollar. Neu hinzu kommt eine Prognose von 0,74 Dollar für 2028, auf die das Haus ein Vielfaches von etwa 26 ansetzt.

Die Aktie notiert nach der Anhebung bei rund 16,77 Dollar. Bis zum nächsten Datenpunkt dauert es nicht lang: Mit den Zahlen zum vierten Quartal liefert Hagerty die ersten Leitplanken für 2027, einschließlich Schadenquote und Margenentwicklung.

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