H&M Aktie: Zoll-Effekt beflügelt Gewinn
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ausgerechnet die Handelszölle, die H&M lange als Kostenrisiko belastet hatten, drehen sich jetzt ins Positive. Im dritten Quartal hat der schwedische Modekonzern von genau diesem Effekt profitiert – und übertrifft damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Der Nettogewinn stieg auf 4,123 Milliarden schwedische Kronen, nach 3,229 Milliarden im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 2,01 auf 2,58 Kronen. Noch deutlicher fiel der Sprung beim operativen Gewinn aus: Er wuchs auf 6,037 Milliarden Kronen und lag damit klar über der von Analysten erwarteten Marke von rund 5,14 Milliarden Kronen.
Zölle als Gewinnbringer statt Kostenfalle
Die operative Marge kletterte von 8,6 auf 10,6 Prozent. Rund 1,6 Prozentpunkte dieses Anstiegs gehen auf einen Einmaleffekt zurück, der mit Zöllen und Wareneinfuhren zusammenhängt – Kosten, die in früheren Quartalen die Warenmargen noch belastet hatten, wirken nun als Rückenwind. Der Umsatz legte dagegen nur leicht zu, von 57,017 auf 57,189 Milliarden Kronen, was in lokalen Währungen einem Plus von 1 Prozent entspricht.
Bemerkenswert dabei: H&M erzielte dieses Umsatzwachstum trotz eines um rund 2 Prozent kleineren Filialnetzes. Das deutet auf eine steigende Produktivität je Standort hin, auch wenn der Konzern selbst keine expliziten Zahlen dazu nennt.
Ausblick bleibt vorsichtig
Für September rechnet H&M mit einem Umsatzplus von 1 Prozent in lokalen Währungen – ein ähnliches Tempo wie im abgelaufenen Quartal. Für das vierte Quartal 2026 stellt der Konzern allerdings höhere Abschreibungskosten auf Warenbestände in Aussicht, verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Das Unternehmen beobachtet zudem die geopolitische Lage im Nahen Osten und deren mögliche Auswirkungen auf den internationalen Handel. Die eigene Lieferkette sei flexibel aufgestellt, mit einem geringen Anteil an Luftfracht – ein Vorteil, sollte sich das Handelsumfeld erneut verschärfen. Wie stark die angekündigten höheren Abschreibungen die Marge im Schlussquartal belasten, wird sich erst mit den nächsten Zahlen zeigen.
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