Guardant Health Aktie: Patentstreit geht weiter
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 00:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm Patentstreit mit TwinStrand Biosciences hat Guardant Health eine weitere Niederlage kassiert. Die Berufungsinstanz des US-Patentamts wies die Anfechtung eines Kernpatents erneut ab. Die Aktie liegt trotzdem auf hohem Niveau.
Zweite PTAB-Entscheidung gegen Guardant
Am 14. Oktober 2026 entschied das Patent Trial and Appeal Board, dass Guardant bei keinem der 30 angefochtenen Ansprüche des Patents mit der Nummer 10.760.127 die Nichtpatentierbarkeit belegen konnte. Das Patent gehört der University of Washington und ist exklusiv an TwinStrand lizenziert. Es schützt die sogenannte Duplex-Sequencing-Technologie.
Der Fall war zurückverwiesen worden. Bereits im Oktober 2023 hatte das PTAB zugunsten der Universität entschieden, Guardant ging in Berufung. Im Januar 2026 verlangte das Bundesberufungsgericht eine Neubewertung nach einem anderen rechtlichen Maßstab. Das Ergebnis blieb gleich.
Die Entscheidung wiegt schwer, weil sie ein laufendes Verletzungsverfahren flankiert. Im August 2026 erging in Delaware das Endurteil: Es bestätigte ein Geschworenenurteil von 2023, wonach Guardant zwei Patente vorsätzlich verletzt hat.
Der Schadenersatz samt Lizenzgebühren und Zinsen beläuft sich auf mehr als 245 Millionen Dollar. Hinzu kommt eine laufende Lizenzgebühr von sechs Prozent auf alle betroffenen Produkte und Dienste bis März 2033, wenn die Patente auslaufen.
Offen bleibt ein Überprüfungsverfahren zum zweiten Patent, dem ’631. Es läuft weiter beim Patentamt.
Shield-Daten liefern Gegenwind
Operativ präsentierte Guardant parallel neue Daten zum Bluttest Shield auf der Jahrestagung des American College of Gastroenterology. In zwei ländlichen Kliniken in South Carolina erreichte der Test eine Adhärenzrate von 99 Prozent. Die Rate liegt weit über dem üblichen Spektrum für Darmkrebs-Screenings.
Eine Modellrechnung kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis. Pro 1.000 simulierte Personen verhindert der Bluttest zwölf Darmkrebstote, bei Stuhltests sind es sechs beziehungsweise neun. Dafür steigt die Zahl der Darmspiegelungen deutlich, weil mehr Menschen ins Screening kommen.
Bewertung auf hohem Niveau
Die Aktie notiert bei rund 166 Dollar, auf Jahressicht ein Plus von 158 Prozent. Nach starken Zahlen für das zweite Quartal hoben mehrere Häuser ihre Ziele an: TD Cowen nennt 210 Dollar, Rothschild Redburn 203 Dollar, Piper Sandler 193 Dollar und Stifel 180 Dollar. Eine Bewertungsplattform stuft den Titel gleichwohl als überbewertet ein.
Direktor Alex Azar verkaufte am 14. Oktober eine Handvoll Aktien im Wert von gut 11.000 Dollar, eine Routinegröße. Für die Zahlungsverpflichtungen aus dem Urteil liegt der Blick nun auf dem ’631-Verfahren, dessen Ausgang das Risiko aus dem Patentstreit weiter verändern könnte.
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