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Guardant Health Aktie: Berufung gegen Millionen-Urteil

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Guardant Health legt Rechtsmittel gegen ein 245,2-Millionen-Dollar-Urteil ein. Der Krebsdiagnostik-Konzern will die Patentverletzungs-Entscheidung zu Duplex-Sequencing nicht akzeptieren.

Guardant Health: Berufung gegen 245-Millionen-Dollar-Patenturteil
Modernes Glasgebäude als Symbol für rechtliche Auseinandersetzungen im Biotech-Sektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Gerichtsurteil über 245,2 Millionen Dollar wiegt schwer — Guardant Health will es nicht auf sich sitzen lassen. Der Krebsdiagnostik-Spezialist kündigte an, gegen das Urteil des US-Bezirksgerichts in Delaware in Berufung zu gehen. Der Rechtsstreit mit TwinStrand Biosciences und der University of Washington um Patente zur Duplex-Sequencing-Technologie geht damit in die nächste Runde.

Worum es in dem Streit geht

Das Gericht bestätigte am 21. August ein Jury-Urteil aus dem November 2023, wonach Guardant Health vorsätzlich zwei Kernpatente von TwinStrand verletzt habe.

Betroffen sind elf Produkte und Dienstleistungen, für die künftig eine Lizenzgebühr von 6 Prozent auf den Umsatz anfallen soll — rückwirkend bis zum Ablauf der Patente im März 2033. In der Schadenssumme stecken bereits aufgelaufene Schadensersatzzahlungen, Lizenzgebühren und Zinsen für den Zeitraum bis Ende Mai 2026.

Bemerkenswert ist die Reichweite: Die betroffenen Produkte machten in der relevanten Infringement-Periode rund 90 Prozent des Guardant-Gesamtumsatzes aus. Das erklärt, warum das Unternehmen den Fall nicht auf sich beruhen lässt.

Guardant sieht Ausweg über neue Produktversionen

Guardant Health argumentiert, dass die Anordnung ausdrücklich nur Produkte in der Version zum Zeitpunkt des Prozesses 2023 erfasst — viele davon seien inzwischen eingestellt oder deutlich überarbeitet worden.

Nach Unternehmensangaben fallen die aktuellen Versionen von Guardant Reveal und Shield damit nicht unter die Anordnung. Zusätzlich habe man Design-Änderungen an Guardant360 validiert, die eine Belastung durch laufende Lizenzzahlungen ausschließen sollen.

Chief Legal Officer John Saia zeigte sich kämpferisch und verwies auf laufende Verfahren vor dem US-Patentamt, in denen beide TwinStrand-Patente vorläufig für ungültig erklärt wurden — auch wenn das Gericht in Delaware die Validität der Patente in seinem Urteil ausdrücklich bestätigt hat. Bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens vor dem Bundesberufungsgericht für Patentfragen bleiben Vollstreckung und Zahlungspflicht ausgesetzt.

Für Guardant Health hängt an diesem Verfahren mehr als eine Zahlung. Sollte die Berufung scheitern, drohen laufende Lizenzzahlungen bis 2033 auf einen Großteil des Kerngeschäfts — ein Szenario, das die weitere Entwicklung des Unternehmens über Jahre prägen würde.

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