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Greenland Mines Aktie: Griff nach dem Mond

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Beteiligung wurde mit eigenen Aktien bezahlt; der Abschluss benötigt noch die Zustimmung der TSX Venture Exchange.

Greenland Mines erhöht AnorTech-Anteil auf 19,9 Prozent
Abstrakte Darstellung einer arktischen Bergbaulandschaft mit kristallinen Gesteinsformationen in kühlem Dämmerlicht. Illustration mit AI erstellt.

Greenland Mines verdoppelt seine Beteiligung am Rohstoffentwickler AnorTech und erweitert damit sein Geschäftsmodell. Neben Seltenen Erden und Edelmetallen rückt nun Anorthosit in den Blick: ein aluminiumreiches Gestein, das auch als Baustoff-Grundlage für künftige Mondprojekte diskutiert wird.

Zweite Tranche ausgeübt

Das Unternehmen hat seine Option vollständig ausgeübt und erwirbt weitere 9,9 Prozent an AnorTech. Der Anteil steigt damit auf 19,9 Prozent, das sind künftig rund 45 Millionen AnorTech-Aktien. Die erste Tranche war im Juni abgeschlossen worden.

Bezahlt wird nicht mit Bargeld, sondern mit eigenen Aktien. Der Gegenwert beträgt etwa 5,3 Millionen Dollar. Wie viele neue Greenland-Mines-Papiere ausgegeben werden, richtet sich nach dem Durchschnittskurs der zehn Handelstage vor dem Abschluss an der Nasdaq. Aktionäre müssen also mit einer Verwässerung rechnen.

Die erworbenen AnorTech-Anteile unterliegen einer Haltefrist von 60 Monaten. Die ausgegebenen Greenland-Mines-Aktien sind zur Hälfte für 12 und zur Hälfte für 24 Monate gesperrt. Der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der TSX Venture Exchange.

Alumina von der Erde, Baustoffe für den Mond

AnorTech hält das Projekt Gronne Bjerg, rund 80 Kilometer von Nuuk entfernt und direkt am Tiefwasser gelegen. Der Gesteinskörper enthält im Schnitt 32 Prozent Aluminiumoxid. Daraus will AnorTech Tonerde in Hüttenqualität und hochreine Tonerde gewinnen, ohne die bei Bauxit üblichen Rückstände.

Der Prozess ist bislang nur im Labormaßstab gezeigt. Eine Pilotanlage in Ontario soll folgen, 15 Tonnen Gestein sind dafür bereits unterwegs. Greenland Mines sieht darin eine Chance, die US-Industrie unabhängiger von chinesischer Raffinerie-Kapazität zu machen. Die USA deckten 2025 geschätzt 71 Prozent ihres Tonerdebedarfs über Nettoimporte.

Der zweite Pfeiler ist spekulativer. Anorthosit ist Hauptbestandteil der Mondhochländer, AnorTech liefert das Material bereits als Simulant an Forscher aus der Raumfahrt. Ob daraus ein Geschäft wird, ist offen. Einen Vertrag mit einer Raumfahrtbehörde oder einem kommerziellen Anbieter gibt es nicht, und der Einsatz auf dem Mond bräuchte weitere Tests unter realen Bedingungen.

Minderheit ohne Kontrolle

Greenland Mines kontrolliert AnorTech nicht und hat dessen Angaben nach eigenem Hinweis nicht unabhängig geprüft. AnorTech verfügt über mehr als drei Millionen kanadische Dollar Betriebskapital, Greenland Mines über rund 100 Millionen. Die Beteiligung bleibt damit ein überschaubarer Baustein neben den Kernprojekten Skaergaard und Sarfartoq.

Der nächste greifbare Schritt ist die Freigabe durch die TSX Venture Exchange. Erst danach steht fest, wie viele neue Aktien Greenland Mines tatsächlich ausgibt.

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