Grammer Aktie: Gewinnziel gekappt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 12:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr Umsatz, weniger Ertrag: Grammer hat heute per Ad-hoc-Mitteilung seine Ergebnisprognose für 2026 gesenkt. Das operative EBIT soll nur noch bei rund 70 Millionen Euro liegen, bisher waren es etwa 80 Millionen. Das Umsatzziel von rund 1,9 Milliarden Euro bleibt bestehen.
Umsatz wächst, Marge schrumpft
Im dritten Quartal kletterte der Konzernumsatz auf 473,4 Millionen Euro, nach 433,2 Millionen im Vorjahr. Das operative EBIT sank jedoch auf 11,4 Millionen Euro, nach 14,3 Millionen im Vorjahresquartal. Nach vorläufigen Zahlen liegt das Ergebnis auch unter den Erwartungen.
Das Unternehmen nennt mehrere Gründe. Der Iran-Konflikt belastete das Geschäft, hinzu kamen Sonderzölle in den USA und Mexiko. Besonders schwer wog die Region Americas: Nach dem Produktionsstart im Juli fielen dort unerwartet hohe Anlaufkosten für neue Projekte an.
Das operative EBIT ist zudem um negative Währungseffekte von rund 0,6 Millionen Euro und Sondereffekte von 3,1 Millionen Euro bereinigt. Die Sondereffekte ergeben sich aus Restrukturierungsaufwendungen von 7,5 Millionen Euro, die teilweise durch aufgelöste Rückstellungen von 4,4 Millionen Euro kompensiert wurden.
Neun Monate noch im Plus
Über die ersten neun Monate betrachtet steht Grammer besser da. Der Umsatz erreichte 1.434,7 Millionen Euro, nach 1.386,9 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das operative EBIT stieg auf 53,2 Millionen Euro, nach 49,9 Millionen.
Rechnerisch ergibt sich daraus eine Lücke. Um das neue Jahresziel von rund 70 Millionen Euro zu erreichen, müsste im Schlussquartal ein operatives EBIT von knapp 17 Millionen Euro folgen. Das wäre mehr als im schwachen dritten Quartal und mehr als im Vorjahresquartal. Ob die Anlaufkosten in Amerika dann nachlassen, hängt auch davon ab, wie sich Zölle und Iran-Konflikt weiterentwickeln.
Genaueren Aufschluss gibt die Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate, die Grammer am 30. Oktober 2026 veröffentlichen will. Dann liegen die endgültigen Zahlen vor, und das Unternehmen kann die Belastungen in den Regionen im Detail einordnen.
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