Graftech, Aktie

Graftech: Aktie springt nach Zollfrist

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 20:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Graftech gewinnt an der Börse, während die USA über Antidumpingmaßnahmen gegen Graphitelektroden aus China und Indien entscheiden.

Graftech-Aktie steigt 20 Prozent wegen US-Handelsfrist
Industrielle Grafitelektroden in einer modernen Produktionsstätte bei atmosphärischer Beleuchtung Illustration mit AI erstellt.

Ein wichtiges handelspolitisches Datum sorgt am heutigen Dienstag für eine spürbare Bewegung bei Graftech: Die Aktie des Herstellers legte um 20 Prozent auf 11,20 USD zu. Hintergrund der Rally ist das Auslaufen einer maßgeblichen Frist des U.S. Department of Commerce.

Die US-Behörde hatte den 22. September 2026 als spätesten Termin für ihre vorläufige Antidumping-Entscheidung zu Importen von Graphitelektroden mit großem Durchmesser aus China und Indien festgelegt. Marktteilnehmer reagieren auf die Aussicht auf entsprechende Schutzmaßnahmen gegenüber asiatischen Lieferanten.

Handelsministerium prüft asiatische Importe

Das laufende Verfahren gegen ausländische Konkurrenten umfasst mehrere Stufen. Bereits am 27. Juli hatte das Handelsministerium vorläufige bejahende Feststellungen bei den Ausgleichszöllen gegen Graphitelektroden-Importe aus China und Indien getroffen.

Mit dem Verstreichen der Frist für die Antidumping-Zölle erreicht das Verfahren nun den nächsten formellen Prüfstein. Die Maßnahmen zielen darauf ab, unfaire Wettbewerbsvorteile durch staatliche Subventionen und Dumpingpreise im US-Markt auszugleichen. Für heimische Produzenten wie Graftech könnte ein striktes Vorgehen die eigene Wettbewerbsposition im Heimatmarkt spürbar verbessern.

Partnerschaft mit Antora Energy und Ofen-Neustart

Abseits der Handelspolitik meldete das Unternehmen vor wenigen Tagen operative Fortschritte bei alternativen Anwendungsbereichen. Am 10. September gab Graftech eine strategische Kooperation mit Antora Energy bekannt. Im Rahmen dieser Vereinbarung entwickeln und liefern die Partner kohlenstoffbasierte Materialien für thermische Batterien von Antora.

Die Zusammenarbeit soll die heimische Fertigungsbasis für US-Energietechnologie stärken. Für Graftech bedeutet der Schritt konkrete Aktivitäten in der Fertigung: Das Unternehmen nahm am Standort St. Marys im US-Bundesstaat Pennsylvania acht Brennöfen wieder in Betrieb und stellte zusätzliches Personal ein.

Die Partnerschaft bindet einen signifikanten Teil der Brennofenkapazitäten und erschließt der traditionsreichen Anlage neue Absatzchancen jenseits des klassischen Elektrodengeschäfts.

Quartalsbilanz und Preistrends

Zuletzt hatte Graftech im Juli die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. In diesem Zeitraum erreichte das Absatzvolumen 30,8 Tausend Tonnen, was einem Zuwachs von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach. Der Nettoumsatz ging dagegen im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 127 Millionen $ zurück.

Unter dem Strich wies das Unternehmen für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 40 Millionen $ beziehungsweise -1,54 $ je Aktie aus, während das bereinigte EBITDA bei 2 Millionen $ lag.

Nach Preisanhebungen gegen Ende des ersten Quartals 2026 konnte Graftech neue Kundenvereinbarungen abschließen, deren gewichtete Durchschnittspreise mehr als 15 Prozent über den vergleichbaren Zusagen des ersten Quartals lagen. Mit dem heutigen Zuwachs setzt das Papier seine kurzfristige Aufwärtsbewegung fort und kommt über die vergangenen sieben Tage auf ein Plus von 57 Prozent.

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