Goldman Sachs Aktie: Zwei Rollen, ein Tag
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 13:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs zeigt sich an diesem Freitag von zwei sehr unterschiedlichen Seiten. Auf der einen Seite steht die Investmentsparte, die frisches Kapital in ein aufstrebendes KI-Startup steckt. Auf der anderen liefert das Analystenteam der Bank eine Einschätzung, die den globalen Ölmarkt bewegt.
Wette auf KI für kleine Betriebe
Die Growth-Equity-Sparte von Goldman Sachs Alternatives hat eine Finanzierungsrunde über 240 Millionen Dollar für das Unternehmen Owner angeführt. Die Bewertung des Anbieters von KI-Werkzeugen für unabhängige Restaurants und andere lokale Betriebe liegt nun bei 2,3 Milliarden Dollar. Neben Goldman beteiligten sich auch die bestehenden Investoren Meritech, Redpoint und Headline an der Runde.
Owner positioniert sich als digitale Komplettlösung für kleine Gastronomiebetriebe — von Online-Bestellsystemen über Marketing bis zum Kundenservice per KI-Telefonagent. Das Unternehmen wurde 2020 gegründet und hat nach eigenen Angaben die Marke von 100 Millionen Dollar wiederkehrendem Jahresumsatz überschritten.
Für Goldman Sachs ist das Investment ein weiterer Baustein im Ausbau des Alternative-Investments-Geschäfts, das abseits des klassischen Investmentbankings zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Ölanalyse mit Marktwirkung
Parallel dazu sorgt eine Studie der Goldman-Analysten für Bewegung am Rohstoffmarkt. Die Ölexporte aus dem Persischen Golf haben sich demnach auf rund zwei Drittel des Vorkriegsniveaus erholt. Die gesamten Ausfuhren von Rohöl und Ölprodukten aus der Region seien auf 15 bis 16 Millionen Barrel pro Tag gestiegen — deutlich über dem Tief von fünf bis sechs Millionen Barrel, das im März verzeichnet wurde.
Damit liegen die Lieferungen zwar noch sieben bis acht Millionen Barrel unter dem Vorkriegsniveau, die Einschätzung der Bank dämpft aber die Sorgen um die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die globalen Rohölpreise.
Die Brent-Notierung gab am Freitag leicht nach und lag bei 89,31 Dollar je Barrel, nachdem sie im Wochenverlauf von Ständen über 93 Dollar zurückgekommen war. Zusätzlich belastete eine Meldung, wonach Venezuela einen Austritt aus der OPEC prüft — ein Schritt, der die Neuausrichtung der venezolanischen Ölpolitik unter der neuen Führung in Caracas unterstreichen würde.
Beide Entwicklungen — das Engagement im Wachstumskapital und die Rolle als einflussreicher Marktbeobachter im Energiesektor — verdeutlichen, wie breit Goldman Sachs heute aufgestellt ist. Die Analysten der Bank bleiben dabei ein wichtiger Taktgeber für die Einschätzung geopolitischer Risiken am Ölmarkt.
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