Goldman Sachs Aktie: Quartalszahlen und Nachfolgedebatte
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Dienstag legt Goldman Sachs Zahlen vor, und die Erwartungen sind gemischt. Die Aktie steht nach einer schwachen Phase unter Druck, zugleich wird im Haus über die Zeit nach David Solomon spekuliert. Beides dürfte die kommende Woche prägen.
Handelsgeschäft im Blick
Im Zentrum der Zahlen steht die Handelssparte. Marktbeobachter hoffen, dass starke Erträge aus dem Anleihegeschäft und dem Handel ein schwächeres Dealgeschäft ausgleichen. Diese Einschätzung teilt auch Jim Cramer, der bei Goldman optimistisch bleibt.
Schwäche bei Bankaktien könnte aus seiner Sicht den Boden für eine Erholung bereiten, falls die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen. Am selben Tag berichten auch JPMorgan, Wells Fargo und Citigroup.
Operativ lief es zuletzt gut. Goldman beriet beim Rekord-Börsengang von SpaceX und begleitete bis Juni angekündigte M&A-Deals von mehr als einer Billion Dollar. Das war ein Rekordtempo für eine Bank innerhalb eines Halbjahres.
Charttechnisch angeschlagen
Der Kurs hat zuletzt deutlich nachgegeben. Der Bruch der Unterstützung bei 970,49 Dollar löste ein Verkaufssignal aus, das Ziel bei 890,85 Dollar ist inzwischen erreicht. Nun versucht die Aktie, sich an den Zwischentiefs vom April zu stabilisieren.
Gelingt ein Tagesschluss über 905,95 Dollar, rückt der Bereich zwischen 938 und rund 971 Dollar in den Blick. Dort verlaufen die gleitenden Durchschnitte EMA 200 und EMA 50. MACD und RSI zeigen eine überverkaufte Lage, was eine kurzfristige Gegenbewegung stützt. Am übergeordneten Abwärtstrend ändert das zunächst nichts. Im negativen Szenario nennen Charttechniker 753,36 Dollar als nächstes Ziel.
Wer folgt auf Solomon?
Intern wird schon über die Zeit nach Solomon spekuliert. COO John Waldron gilt als wahrscheinlicher Nachfolger. Ein formeller Nachfolgeprozess läuft laut Insidern nicht, Solomon soll bis 2028 CEO bleiben. Die Kommunikationsabteilung nennt die Debatte "Spekulation der Schwätzer".
Als mögliche Waldron-Nachfolger im COO-Posten gelten Finanzchef Denis Coleman und Ashok Varadhan, Co-Chef der Sparte Banking & Markets. Sie erwirtschaftet rund drei Viertel der Konzernerlöse. Rückt Coleman auf, käme für den CFO-Posten ein weiterer Kreis von Kandidaten ins Spiel.
Analysten sehen darin eine strategische Weichenstellung. Ein neuer Chef müsse erklären, wie die Bank unabhängiger von zyklischem Kapitalmarkt- und Dealgeschäft wird.
Zunächst zählen jedoch die Zahlen am Dienstag. Hält sich der Handel stark und stabilisiert sich der Kurs über 905,95 Dollar, rückt zumindest die Erholungszone bis 938 Dollar in Reichweite.
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