Goldman, Sachs

Goldman Sachs Aktie: Neuer Name kursiert

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 04:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein diskutierter Plan sieht Waldron als Solomons Nachfolger vor; Goldman betont, dass weder ein Zeitplan noch eine Entscheidung feststehen.

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Goldman Sachs US38141G1040 Pop Art Bulle mit Halftone Punkten und aufwärts weisenden farbigen Comic Pfeilen Illustration mit AI erstellt.

Bei Goldman Sachs bahnt sich ein Führungswechsel an, der die Wall Street seit Monaten beschäftigt hat — und jetzt konkrete Konturen bekommt. Der Vorstand hat einem Bericht zufolge einen Plan diskutiert, wonach CEO David Solomon seinen Posten frühestens 2027 räumen und an Chief Operating Officer John Waldron übergeben könnte.

Goldman selbst reagierte zurückhaltend. Kommunikationschef Tony Fratto erklärte, der Vorstand bespreche Nachfolgefragen routinemäßig, wie es die Unternehmensmitteilungen vorsehen — es gebe aber keinen festen Zeitplan. Jede Aussage zum Timing sei reine Spekulation.

Waldron als gesetzter Kandidat

Für Wall-Street-Beobachter kommt die Personalie kaum überraschend. Waldron, 57 Jahre alt, gilt seit Langem als natürlicher Nachfolger Solomons. Seine Position wurde vergangenes Jahr gestärkt, als er einen Sitz im Vorstand sowie einen Retention-Bonus erhielt.

Wells-Fargo-Analyst Mike Mayo bezeichnete die Nachfolgeplanung als "ungewöhnlich offen kommuniziert" und geht davon aus, dass Waldron kaum von der Strategie abweichen würde, die er gemeinsam mit Solomon entwickelt hat. Solomon, 64, war ursprünglich intern für eine zehnjährige Amtszeit vorgesehen — das würde ihn bis 2028 im Amt halten. Er hatte die Position im Oktober 2018 übernommen.

Nach dem diskutierten Plan würde Solomon nach seinem Rückzug als CEO noch für ein bis zwei Jahre als Executive Chairman fungieren. Der Vorstand müsste dem Vorhaben noch zustimmen, eine Entscheidung könnte in den kommenden Monaten fallen — der genaue Zeitpunkt bleibt jedoch veränderbar.

Die Frage der Chefnachfolge treibt derzeit mehrere große US-Banken um. Auch bei JPMorgan Chase richtet sich der Blick auf einen möglichen Rückzug von Jamie Dimon, während Investoren bei Bank of America die Nachfolgeplanung um Brian Moynihan beobachten, einen der am längsten amtierenden Bankchefs der USA.

Operativ steht Goldman derzeit solide da: Im zweiten Quartal übertraf die Bank die Gewinnerwartungen, gestützt von einem lebhaften Dealmaking-Geschäft und einer durch Marktvolatilität befeuerten Rekordeinnahme im Aktienhandel. Solomon hatte zuvor das Privatkundengeschäft deutlich zurückgefahren, nachdem der Vorstoß ins Retail-Banking gescheitert war.

An der Börse reagierte die Aktie in nachbörslichem Handel kaum auf die Nachfolge-Spekulationen. Ob und wann der Vorstand dem Plan formal zustimmt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen — bis dahin bleibt Waldrons Aufstieg das, was er seit Jahren war: erwartet, aber nicht terminiert.

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