Goldman, Sachs

Goldman Sachs Aktie: Drei Fronten, ein Konzern

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 16:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman profitiert vom Aktienfinanzierungsschub, widerspricht Token-Aktien und sieht hohe Frachtraten als Risiko für Ölpreise.
Goldman Sachs US38141G1040 isometrische Investmentbank Etage mit Trading Desk Konferenzraum und Pitch Room Illustration mit AI erstellt.

Goldman Sachs taucht am Mittwoch gleich in drei Geschichten auf: als Gewinner des KI-Handelsbooms, als Skeptiker der Aktien-Tokenisierung und als Ölmarkt-Analyst, der die Frachtkosten ins Rampenlicht rückt.

Aktienhandel als Gewinnmaschine

Die fünf größten Investmentbanken haben bis Ende September rund 67 Milliarden Dollar mit Aktienhandel umgesetzt. Das sind 7 Milliarden mehr als im gesamten Rekordjahr 2025. Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley kommen zusammen auf etwa 52 Milliarden Dollar, knapp 80 Prozent des Gesamtbetrags.

Treiber ist das Geschäft mit Hedgefonds. Deren Hunger nach Hebel für Wetten auf KI-Hardware, Hyperscaler und Chiphersteller wächst. Bei Goldman sprang die Aktienfinanzierung im dritten Quartal um 96 Prozent auf einen Rekordwert von 3,37 Milliarden Dollar.

Gelockerte Kapitalregeln verschaffen den Großbanken zusätzlichen Spielraum für bilanzintensive Geschäfte. Hinzu kommt der Rückzug europäischer Konkurrenten. Die Kehrseite: Sollte die KI-Euphorie nachlassen, träfe ein Rückschlag Goldman und Morgan Stanley laut Analysten stärker als andere. Der Internationale Währungsfonds warnte zudem vor Risiken durch Hebel und gleichgerichtete Verkäufe bei Hedgefonds.

Widerstand gegen Token-Aktien

Weniger Begeisterung zeigt Goldman bei tokenisierten Aktien. Die Bank gehört zu den Unternehmen, die der Handelsplattform OKXICE gegenüber widersprochen haben, dass digitale Abbilder ihrer Aktien dort gehandelt werden. Auch Microsoft, Alphabet und Caterpillar zählen dazu. Insgesamt sind es inzwischen 16 Unternehmen.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat dafür einen temporären Rahmen geschaffen, der Emittenten ein Einspruchsrecht gibt. Im Ausland wächst der Handel dagegen kräftig, dort brauchen Anbieter oft keine Zustimmung. Branchenvertreter sehen Goldman und Co. derzeit vor allem Risiken: ein Token, den sie nicht kontrollieren, bei unklaren Stimmrechten.

Frachtkosten als Preistreiber im Öl

Als Analysehaus hat Goldman die Tankerfracht durchleuchtet. Die globale Durchschnittsrate für Rohöl liegt demnach bei mehr als 20 Dollar je Barrel, vor einem Jahr waren es 3 Dollar. Allein die Kriegsrisikoprämie für die Straße von Hormus macht 7 Dollar aus. Umladungen auf See und höhere Treibstoffkosten tragen je 4 Dollar bei.

Hohe Frachtraten stützen laut Goldman die Preise für Ölprodukte, drücken aber die Margen der Raffinerien. An der Brent-Prognose von 90 Dollar zum Jahresende hält die Bank fest. Aktuell kostet Brent nach neuen Minenmeldungen rund 110 Dollar. Länger anhaltend hohe Frachtraten sieht Goldman als Aufwärtsrisiko für den Preis.

Am Donnerstag legt der Raffineriekonzern Valero Energy Zahlen zum dritten Quartal vor. Sie zeigen, ob die Frachtkosten die Margen bereits belasten.

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