Goldman Sachs Aktie: 25 Basispunkte für die Fed
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 19:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Goldman Sachs hat seine Erwartungen an die US-Geldpolitik grundlegend revidiert. Die Investmentbank geht nun davon aus, dass die Federal Reserve bereits am Mittwoch die Leitzinsen anheben wird. Bisher hatten die Strategen des Instituts mit einer stabilen Zinsphase gerechnet. Diese Kehrtwende setzt ein deutliches Signal für die Finanzmärkte, da Goldman Sachs mit dieser Prognose auf eine hartnäckiger als erwartete Inflation reagiert.
Überraschende Kehrtwende in der Zinspolitik
Laut Berichten von Reuters erwartet Goldman Sachs für die kommende Sitzung des Offenmarktausschusses am 15. und 16. September eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte. Damit würde der Zielsatz auf eine Spanne von 3,75 % bis 4,00 % steigen.
Auch die Verbraucherpreise für den Monat August lieferten Argumente für eine straffere Geldpolitik unter der Führung des Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh. Während die Kerninflation mit einer Jahresrate von 2,4 % ein Fünf-Jahres-Tief erreichte, stieg sie im Monatsvergleich um 0,3 % und lag damit über den Markterwartungen.
Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt am Mittwoch wird an den Terminmärkten inzwischen mit etwa 90 % eingepreist. Neben Goldman Sachs hat auch J.P. Morgan seine Prognose angepasst und erwartet nun Anhebungen im September sowie im Dezember.
Auswirkungen auf den Finanzsektor und die Aktie
Die veränderten Rahmenbedingungen belasten zum Wochenstart die Stimmung am Aktienmarkt. Die Aktie von Goldman Sachs notiert aktuell bei 860,40 Euro, was einem Rückgang von 3,2 % entspricht. Trotz dieses Rücksetzers weist das Papier seit Jahresbeginn eine positive Entwicklung von 13 % auf.
Strategen des Hauses betonen unterdessen, dass eine moderate Zinsanhebung den laufenden Bullenmarkt nicht gefährden müsse. Starke Unternehmensgewinne und gesunde Bilanzen stützten die Bewertungen, auch wenn steigende Renditen bei Staatsanleihen kurzfristig für Druck sorgen könnten.
Für das kommende Jahr skizziert die Bank bereits einen möglichen Lockerungszyklus, der jedoch später als bisher angenommen einsetzen dürfte. Goldman Sachs prognostiziert zwei Zinssenkungen für September und Dezember 2027, wodurch der Leitzins am Ende jenes Jahres bei 3,25 % bis 3,50 % liegen könnte.
Neben dem makroökonomischen Fokus bleibt das Institut auch bei der Bewertung von Technologietiteln aktiv: So bekräftigten die Analysten ihre Kaufempfehlung für Meta mit einem Kursziel von 725 US-Dollar, wobei sie insbesondere die Fortschritte des Konzerns bei der Entwicklung von KI-gestützten Agenten hervorhoben.
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