GoDaddy, Aktie

GoDaddy Aktie: Sammelklagen wegen Rabatt-Verschleierung

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 03:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Kanzleien verfolgen Sammelklagen gegen GoDaddy, während das Management seine Cashflow- und Margenziele für 2026 bestätigt.

Modernes Rechenzentrum mit blauen LED-Server-Racks für Web-Hosting-Dienste
GoDaddy Inc. betreibt moderne Rechenzentren mit beleuchteten Server Racks weltweit, ISIN US3802371076 Illustration mit AI erstellt.

Der US-Webhoster und Domainanbieter GoDaddy sieht sich mit wachsendem juristischem Gegenwind konfrontiert. Mehrere US-Kanzleien treiben derzeit Wertpapier-Sammelklagen gegen das Unternehmen und ausgewählte Führungskräfte voran. Im Kern werfen die Kläger GoDaddy irreführende Angaben zur Kundenakquise sowie zur Vertriebsstrategie vor.

Vorwürfe um Rabattaktionen und Buchungswachstum

Hintergrund der Klagen sind Vorwürfe bezüglich der tatsächlichen Geschäftsentwicklung im Zeitraum zwischen September 2025 und Februar 2026. Kanzleien wie Bleichmar Fonti & Auld sowie Bernstein Liebhard machen geltend, dass GoDaddy die Auswirkungen stark rabattierter Domain-Aktionen verschleiert habe. Konkret geht es um Ein-Jahres-Aktionen für 4,99 US-Dollar und deren Einfluss auf das Wachstum der Buchungen.

Anleger, die in der besagten Zeitspanne GoDaddy-Papiere erworben haben, können sich bis zum 20. Oktober 2026 als Hauptkläger registrieren lassen. Die Klageschriften führen an, dass das Ausmaß dieser Werbemaßnahmen und deren Belastung für das operative Geschäft erst zeitverzögert offengelegt worden seien. Diese Enthüllungen hatten im Februar zu spürbaren Kursverlusten geführt.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen treffen auf ein Marktumfeld, das den Kurs bereits seit Monaten belastet. Am Freitag schloss die Aktie bei 84,84 Euro, womit das Papier seit Jahresbeginn ein Minus von 21 Prozent verzeichnet. Vom 52-Wochen-Hoch bei 118,00 Euro bleibt der Titel damit weiter deutlich entfernt.

Management hält an Finanzzielen fest

Ungeachtet der juristischen Streitigkeiten demonstrierte die Unternehmensführung auf Investorenkonferenzen Zuversicht hinsichtlich der operativen Ausrichtung. Auf der Konferenz von Goldman Sachs bekräftigte das Management die Prognose für das Gesamtjahr. Der freie Cashflow soll bei 1,8 Milliarden US-Dollar liegen.

Zudem peilt das Unternehmen beim freien Cashflow je Aktie über einen Zeitraum von drei Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von mindestens 25 Prozent an. Beim Ausblick auf die Profitabilität bleibt die Führungsebene ebenfalls optimistisch. Für das Gesamtjahr 2026 visiert der Konzern unverändert eine normalisierte EBITDA-Marge von 33 Prozent an.

Wachstumsimpulse erhofft sich GoDaddy vor allem abseits des klassischen Domaingeschäfts. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der KI-Lösung Airo. Nach Unternehmensangaben erreichte der KI-Website-Baukasten zum Ende des zweiten Quartals eine annualisierte Umsatzrate von 50 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu öffnet GoDaddy seine Infrastruktur mit einer Entwicklerplattform für Schnittstellen und automatisierte Softwareagenten, um neue Erlösquellen im Tech-Sektor zu erschließen.

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