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Global X Copper Miners ETF: Chiles Produktion auf 15-Jahres-Tief

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 15:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Chiles Kupferförderung fällt im Juli auf ein 15-Jahres-Tief, während Zinsrisiken und Dollarstärke bremsen. KI stützt die Nachfrage.

Kupfermarkt zwischen Chile-Ausfall, Zinsdruck und KI-Boom
Großer Kupfer-Tagebau in den chilenischen Anden mit terrassierten Abbauebenen und schweren Bergbaufahrzeugen. Illustration mit AI erstellt.

Der globale Kupfermarkt steht unter dem Eindruck gegensätzlicher Signale: Während die Produktion in Chile auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren gefallen ist, bremsen steigende Zinshoffnungen in den USA und ein starker Dollar den jüngsten Höhenflug der Preise.

Trotz der kurzfristigen Volatilität stützen der massive Bedarf durch künstliche Intelligenz (KI) und die fortschreitende Elektrifizierung das langfristige Szenario für die großen Minenbetreiber.

Chiles Kupferproduktion bricht auf 15-Jahres-Tief ein

Die Versorgungslage am physischen Markt hat sich drastisch verschärft. Neue Daten zeigen, dass die Kupferproduktion in Chile im Juli 2026 auf 403.424 Tonnen sank. Dies ist der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 2011. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 9,4 Prozent.

Schwere Unwetter in den Abbaugebieten sowie strukturelle Probleme bei staatlichen Betrieben belasten die Ausbringung. So meldete der Branchenriese Codelco für das erste Halbjahr 2026 einen Produktionsrückgang von 11 Prozent.

Zusätzlich zur Natur machen kriminelle Aktivitäten den Betreibern zu schaffen. Antofagasta warnte zuletzt vor hochprofessionellem Kupferdiebstahl auf den Schienenwegen in der Atacama-Region.

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wurden bereits 169 Tonnen Kupfer gestohlen, was rund 71 Prozent der gesamten Diebstähle des Vorjahres entspricht. Einzelne Raubzüge führten zu Millionenverlusten, während politische Maßnahmen zur Einstufung von Kupferdiebstahl als spezifisches Verbrechen weiterhin im Gesetzgebungsprozess stocken.

Geldpolitik und Zölle bremsen Rekordjagd

Nachdem der Kupferpreis Ende August Rekordmarken von über 6,72 US-Dollar pro Pfund erreicht hatte, geriet die Rally am Dienstag ins Stocken. Die Sorge vor weiteren Zinsschritten der US-Notenbank Federal Reserve lastet auf den Industriemetallen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September wird am Markt inzwischen mit 68 Prozent taxiert, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei 40 Prozent gelegen hatte. Ein stärkerer US-Dollar macht Rohstoffe für Käufer in anderen Währungsräumen teurer und drückt so auf die Nachfrage.

Parallel dazu werfen künftige handelspolitische Entscheidungen ihre Schatten voraus. Berichten zufolge könnten US-Einfuhrzölle auf Kupfer im Januar 2027 auf 15 Prozent und ein Jahr später auf 30 Prozent steigen. Dies sorgt für Verunsicherung bei den Importströmen, während die Lagerbestände an der Comex mit rund 688.000 Tonnen zuletzt deutlich über den Beständen der London Metal Exchange (LME) lagen.

Starke Quartalszahlen bei Branchenschwergewichten

Trotz der operativen Hürden meldeten führende Bergbaukonzerne zuletzt robuste Finanzergebnisse. Southern Copper steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 41 Prozent auf 4,29 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn um 70 Prozent auf 1,67 Milliarden US-Dollar emporge schoss.

Auch BHP profitiert massiv von der Kupfernachfrage: Das Metall steuerte im Fiskaljahr 2026 rund 54 Prozent zum operativen Ergebnis (EBITDA) bei, was etwa 18 Milliarden US-Dollar entspricht.

Freeport-McMoRan (FCX) verzeichnete im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 984 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 7,03 Milliarden US-Dollar. Die Analysten der ANZ Group bleiben für den Sektor optimistisch und prognostizieren, dass der Kupferpreis bis Anfang 2027 neue Rekordhochs von 15.000 US-Dollar pro Tonne erreichen könnte.

Getrieben wird diese Erwartung durch den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren, die ein Vielfaches an Kupfer für die Energieinfrastruktur benötigen als herkömmliche Anlagen. Während explorative Projekte in Namibia oder Sambia Fortschritte melden, bleiben die etablierten Produzenten das Rückgrat der globalen Energiewende.

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