Global Atomic Aktie: DFC genehmigt 414-Millionen-Kredit
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Vorstand der US-Entwicklungsbank International Development Finance Corporation (DFC) hat ein umfassendes Finanzierungspaket für das Dasa-Projekt in Niger freigegeben. Wie das kanadische Bergbauunternehmen Global Atomic mitteilte, beläuft sich die Darlehensfazilität auf bis zu 414,2 Millionen US-Dollar. Die Aktie von Global Atomic notiert heute bei 0,3310 Euro und verliert im Tagesverlauf 11 Prozent.
Die Kreditlinie umfasst ein Hauptdarlehen von bis zu 397,4 Millionen US-Dollar sowie eine Reservefazilität über 16,8 Millionen US-Dollar zur Absicherung möglicher Kostenüberschreitungen. Für Washington markiert der Schritt die Rückkehr von Investitionen in das westafrikanische Land, nachdem die US-Streitkräfte vor zwei Jahren abgezogen worden waren. Uran steht in den Vereinigten Staaten seit 2025 auf der Liste kritischer Mineralien.
Höhere Gesamtkosten und Eigenkapitalbedarf
Parallel zur Kreditzusage legte Global Atomic aktualisierte Kostenschätzungen für das Vorhaben vor. Die Gesamtkosten bis zur Fertigstellung werden inklusive Finanzierungskosten und Puffern mittlerweile auf rund 777,2 Millionen US-Dollar veranschlagt. Bis Ende Juni 2026 hatte das Unternehmen bereits 228,5 Millionen US-Dollar investiert.
Der Zugang zu den Mitteln der DFC ist an strikte Bedingungen geknüpft. Vor dem Abruf des Darlehens muss Global Atomic den verbleibenden Eigenkapitalanteil von geschätzten 152,7 Millionen US-Dollar investieren. Zudem verlangt die Behörde belastbare Vereinbarungen mit der Regierung in Niamey sowie Garantien für den Betrieb.
Zeitplan verschiebt sich auf 2028
Die Inbetriebnahme der Mine verzögert sich gegenüber früheren Planungen deutlich. Während eine frühere Machbarkeitsstudie die Fertigstellung für Ende 2025 vorgesehen hatte, wird der Bauabschluss nun für das erste Halbjahr 2028 erwartet. Der Beginn der kommerziellen Produktion soll im zweiten Halbjahr 2028 folgen.
Laut CEO Stephen G. Roman führten die politischen Umbrüche in Niger sowie die allgemeine Inflation zu den Projektverzögerungen. Die Lagerstätte Dasa wird über das Gemeinschaftsunternehmen SOMIDA betrieben, an dem Global Atomic 80 Prozent und der Staat Niger 20 Prozent halten. Der Abbauplan sieht die Förderung von 68,1 Millionen Pfund Uranoxid über eine Laufzeit von 23 Jahren vor.
Offene Transportwege und geopolitische Risiken
Als wesentliche operative Hürde für das Projekt im Binnenstaat Niger gilt weiterhin die Logistik. Da der traditionelle Transportkorridor über Benin derzeit geschlossen ist, prüfen die Betreiber eine Alternativroute durch die Sahara über Algerien an das Mittelmeer.
Mit dem jüngsten Kursrückgang summiert sich der Verlust der Aktie seit Jahresanfang auf 26 Prozent. Neben den logistischen Herausforderungen beobachten Investoren vor allem die Sicherheitslage in der Region sowie die diplomatischen Spannungen zwischen der Militärregierung und internationalen Bergbaukonzernen.
Global Atomic verweist derweil auf bestehende Lieferverträge über 8,8 Millionen Pfund Uran für die ersten sieben Betriebsjahre, die überwiegend an US-amerikanische Energieversorger gebunden sind.
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