Glencore, Aktie

Glencore Aktie: Urban Mining soll sich vervierfachen

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Glencore kehrt mit 4,4 Mrd. Dollar Nettogewinn in die Gewinnzone zurück und treibt Urban Mining sowie ASX-Notierung voran.

Glencore Aktie: Gewinnsprung dank Umsatzplus und Recycling-Strategie
Abstraktes Bild einer hochmodernen Industrieanlage, die Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Rohstoffgewinnung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Rohstoffkonzern Glencore hat im ersten Halbjahr 2026 eine tiefgreifende finanzielle Erholung vollzogen. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, stieg der Nettogewinn in den ersten sechs Monaten auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Nettoverlust von rund 600 Millionen US-Dollar verbucht. Getragen wurde das aktuelle Ergebnis maßgeblich von deutlich gestiegenen Umsätzen.

Markanter Turnaround im ersten Halbjahr

Der Sprung zurück in die Gewinnzone markiert für den Konzern einen wichtigen operativen Wendepunkt. Während die Bilanz im vergangenen Jahr noch durch Sondereffekte belastet war, profitierte Glencore in der ersten Jahreshälfte 2026 von einer dynamischen Umsatzentwicklung. Die Stabilisierung der Ertragslage ermöglicht es dem Management, die strategische Transformation des Portfolios weiter zu beschleunigen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Urban Mining als künftiger Wachstumstreiber

Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist der Ausbau der Recycling-Infrastruktur für Elektroauto-Batterien, das sogenannte „Urban Mining“. Glencore forciert derzeit den Aufbau entsprechender Kapazitäten in Europa und den USA. Aktuell trägt dieser Bereich jährlich etwa 200 bis 250 Millionen US-Dollar zum operativen Ergebnis (EBITDA) bei.

Analysten der UBS prognostizieren, dass sich dieser Ergebnisbeitrag innerhalb der nächsten fünf Jahre vervierfachen könnte. Der Konzern bereitet sich damit auf das Jahr 2030 vor, ab dem branchenweit mit massiven Mengen an zu recycelnden Batterien gerechnet wird – primär getrieben durch Fahrzeuge, die dann die kritische Laufleistung von rund 200.000 Kilometern erreichen. Zur Absicherung dieser Position hält Glencore bereits seit dem Jahr 2022 eine strategische Beteiligung am Spezialisten Li-Cycle im Volumen von 200 Millionen Schweizer Franken.

Expansion an den australischen Kapitalmarkt

Zusätzlich zur operativen Neuausrichtung plant der Bergbaugigant eine Erweiterung seiner Präsenz an den Kapitalmärkten. Glencore beabsichtigt eine Zweitnotierung an der australischen Börse ASX. Dieser Schritt soll den Zugang zu Investoren in der rohstoffaffinen Region Asien-Pazifik verbessern und die Abhängigkeit vom Handelsplatz London verringern.

Diese Pläne lösten bereits erste Reaktionen bei Analystenhäusern aus. Berenberg passte am heutigen Freitag das Bewertungsmodell an und setzte ein Kursziel von 740 Pence fest. Die Analysten der Bank of America positionieren sich derweil etwas defensiver und gaben ein Kursziel von 630 Pence aus.

Marktreaktion und Kursentwicklung

Im heutigen Handel notiert die Aktie bei 6,50 Euro, was einem Rückgang von 1,66 Prozent entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Konsolidierung verzeichnet das Papier eine starke Performance im laufenden Jahr und liegt seit Jahresbeginn mit 39,91 Prozent im Plus. Damit notiert der Wert weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs von 7,20 Euro, das Anfang Juni markiert wurde.

Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von der Geschwindigkeit abhängen, mit der Glencore die Recycling-Infrastruktur skalieren kann. Auch der zeitliche Rahmen für die geplante Notierung in Australien bleibt ein zentraler Fokus für die Marktteilnehmer, um die künftige Bewertung des Konzerns einzuschätzen.

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