Gjensidige Aktie: Schweden bremst Rekordquartal
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 11:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deGjensidige liefert im dritten Quartal einen Gewinnsprung und schlägt die Erwartungen deutlich. Der Überschuss nach Steuern steigt um ein Drittel auf 2,077 Milliarden Norwegische Kronen, je Aktie sind das 4,08 Kronen nach 3,04 Kronen im Vorjahr. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Das Schwedengeschäft enttäuscht.
Underwriting treibt das Ergebnis
Der Versicherungsertrag legte auf 11,4 Milliarden Kronen zu, in lokaler Währung wuchs er um 3,7 Prozent. Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft kletterte auf 3,0 Milliarden Kronen, nach 2,3 Milliarden im Vorjahresquartal. Die Combined Ratio verbesserte sich um 6,1 Prozentpunkte auf 73,6 Prozent. Je niedriger der Wert, desto profitabler das Geschäft.
Hinter der Verbesserung stehen Preiserhöhungen, bessere Risikoselektion und weniger Großschäden. Das Ergebnis vor Steuern lag 13 Prozent über der Konsensschätzung, der Gewinn nach Steuern übertraf sie um 11 Prozent.
Besonders stark war Norwegen. Im Firmenkundengeschäft sank die Combined Ratio auf 64,7 Prozent, im Privatkundengeschäft auf 66,4 Prozent. Dänemark im Firmenkundensegment verbesserte sich auf 72,0 Prozent nach 85,4 Prozent.
Schweden und Finanzergebnis als Schwachstellen
In Schweden stieg die Combined Ratio auf 92,0 Prozent, nach 78,9 Prozent im Vorjahr. Das Management verweist auf mehr mittelgroße Schäden und vorübergehende Technologiekosten. Das Segment verfehlte die Erwartungen um 51 Prozent, obwohl der Umsatz in lokaler Währung um 11,3 Prozent wuchs.
Auch die Kapitalanlagen belasteten. Höhere Zinsen und weitere Credit Spreads drückten die Bewertungen, das Finanzergebnis lag um 465 Millionen Kronen unter dem Vorjahr. Das Pensionsergebnis blieb mit 3 Millionen Kronen weit hinter den erwarteten 82 Millionen zurück. Zudem fiel der Umsatz im Quartal rund 4 Prozent niedriger aus als erwartet, das bereinigte Wachstum verlangsamte sich auf 5,3 Prozent.
Kapital und Ziele
Die Solvenzquote liegt mit 190 Prozent am oberen Rand der Zielspanne von 140 bis 190 Prozent, einen Punkt unter der Konsensschätzung. Die annualisierte Eigenkapitalrendite beträgt 34,2 Prozent. Das Ziel für 2026 liegt bei über 24 Prozent, für 2027 und 2028 bei über 28 Prozent.
Bei der Combined Ratio peilt der Konzern für 2026 unter 82 Prozent an. Mit 73,6 Prozent bleibt reichlich Puffer. Wachstum sollen ab 2027 neue Partnerschaften mit Privatmegleren und Huseierne bringen, dazu der Ausbau der Hausverkäufer-Versicherung, die bereits eine Milliarde Kronen Jahresprämie erreicht. Die Aktie schloss zuletzt bei 270,40 Kronen, ein Minus von 0,29 Prozent.
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