Ginkgo Bioworks: Kooperation mit Eli Lilly geschlossen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Ginkgo Bioworks verzeichnet heute ein deutliches Kursplus von 7,5 Prozent auf 8,58 USD. Als wesentlicher Treiber dieser Aufwärtsbewegung gilt eine Kooperation mit dem Pharmakonzern Eli Lilly and Company. Ginkgo Datapoints schloss am 16. September eine Vereinbarung mit der KI- und Machine-Learning-Plattform TuneLab von Eli Lilly, um Daten für die Wirkstoffforschung bereitzustellen.
Die Dienstleistungen umfassen unter anderem Tests zur ADME-Charakterisierung kleiner Moleküle sowie zur Entwickelbarkeit von Antikörpern. Für Ginkgo Bioworks markiert diese Partnerschaft einen wichtigen operativen Meilenstein im Bereich der datengestützten Wirkstoffentwicklung. Sie verschafft dem Unternehmen Zugang zu einer der führenden Plattformen der Pharmabranche.
Weitere Aufträge aus der Pharmaindustrie
Die Vereinbarung mit Eli Lilly reiht sich in eine Serie neuer Geschäftsabschlüsse ein. Nur einen Tag zuvor, am 15. September, wählte Novo Nordisk das Unternehmen aus, um ein autonomes Labor am neuen US-Forschungsstandort in Waltham im Bundesstaat Massachusetts aufzubauen. Damit vertieften beide Konzerne ihre bestehende Zusammenarbeit. Novo Nordisk erwirbt hierfür Automationswerkzeuge und Software von Ginkgo für die internen US-Forschungslabore.
Zudem sicherte sich Ginkgo Bioworks am 10. September einen bedeutenden Forschungsauftrag. Das Unternehmen schloss sich dem ESCALATOR-Konsortium von Waterfall Scientific im Rahmen des GIVE-Programms der US-Behörde ARPA-H an. Dieser Unterauftrag hat einen Wert von bis zu 17,5 Millionen $.
Im Zentrum des ARPA-H-Projekts steht die Entwicklung von Automations-Hardware sowie Steuerungssoftware. Ziel der Initiative ist die autonome Fertigung individualisierter RNA-Medikamente im kontinuierlichen Durchflussverfahren. Damit baut das Unternehmen seine Präsenz in der automatisierten Produktion moderner Therapeutika weiter aus.
Skepsis bei Analysten und Verkäufe in der Führung
Trotz des operativen Momentums bleiben Marktbeobachter zurückhaltend. Das Analysehaus BTIG senkte am 9. September das Kursziel für die Aktie von zuvor 9,00 $ auf 5,00 $. Die Experten behielten ihre Einstufung auf „Sell“ bei und begründeten diesen Schritt mit anhaltenden Sorgen rund um die laufende Umstrukturierung des Unternehmens.
Parallel zu den neuen Auftragsmeldungen kam es zu einer Transaktion in der Führungsebene. Ginkgo-Bioworks-Direktor Christian O. Henry veräußerte am 15. September 5.000 Aktien der Klasse A zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 7,081 $ je Anteilsschein. Dem Pflichtbericht zufolge erfolgte der Verkauf ohne einen vorab festgelegten Handelsplan nach Rule 10b5-1. Henry hält nach der Transaktion weiterhin 19.310 Aktien direkt.
An der Börse sorgte die jüngste Auftragsserie dennoch für Entlastung. Mit dem jüngsten Anstieg notiert der Titel nun 4,3 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 8,23 USD. Ob die neuen Partnerschaften mit Großkonzernen den Beginn einer nachhaltigen Trendwende markieren, hängt maßgeblich von der weiteren finanziellen Umsetzung des Konzernumbaus ab.
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