Georg Fischer: Größter Infrastrukturauftrag in Brasilien
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Industriekonzern Georg Fischer blickt optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr und hat seine Erwartungen für das organische Wachstum nach oben korrigiert. Das Unternehmen profitiert von einer soliden Entwicklung in der ersten Jahreshälfte sowie von weitreichenden strategischen Anpassungen im Portfolio.
Umsatzplus und angepasste Wachstumsziele
Wie Medienberichten im Juli zu entnehmen war, verzeichnete die Gruppe in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Umsatzanstieg im fortgeführten Geschäft um 5,1 Prozent auf 1,58 Milliarden Franken. Diese Dynamik veranlasste die Konzernleitung, die Prognose für das gesamte Jahr anzuheben. Beim organischen Wachstum wird nun ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet, nachdem zuvor lediglich ein Zuwachs im unteren einstelligen Bereich in Aussicht gestellt worden war. Die operative Marge soll im Vergleich zum Vorjahr stabil bleiben.
Parallel zur operativen Entwicklung treibt der Konzern seine Transformation voran. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Trennung von Randbereichen. Anfang Juli schloss Georg Fischer den Verkauf des Feinguss-Geschäfts der früheren Division Casting Solutions an den US-Konzern CPP ab.
Dieser Bereich umfasst Aktivitäten in der Luft- und Raumfahrt sowie bei Industriegasturbinen. Aus dieser Transaktion erwartet das Unternehmen einen Mittelzufluss von rund 220 Millionen Franken.
Strategische Neuausrichtung und Großaufträge
Der Umbau des Portfolios hatte bereits im Februar an Fahrt aufgenommen. Georg Fischer veräußerte sein Automobilgeschäft innerhalb der Division Casting Solutions an das mexikanische Unternehmen Nemak. Der Transaktionswert wurde mit 336 Millionen US-Dollar beziffert, wobei 216 Millionen US-Dollar direkt bei Abschluss flossen. Die betroffenen Aktivitäten hatten im Jahr 2024 einen Umsatz von 622 Millionen Franken erzielt. Mit diesen Schritten konzentriert sich der Konzern verstärkt auf wasser- und gasführende Systeme sowie industrielle Anwendungen.
Dass diese Fokussierung Früchte trägt, zeigt ein im April gemeldeter Erfolg in Südamerika. Georg Fischer sicherte sich in Brasilien den größten Infrastrukturauftrag der Unternehmensgeschichte. Ein Vertrag mit dem Wasserversorger Sabesp sieht die Lieferung von Polyethylenrohren im Wert von rund 100 Millionen Franken vor. Das Projekt ist auf eine Laufzeit von 24 Monaten angelegt.
Effizienzsteigerung und Aktionärsstruktur
Trotz der positiven Auftragslage und des strategischen Umbaus sieht sich das Unternehmen mit Herausforderungen konfrontiert. Ein eingeleitetes Effizienzprogramm sieht den Abbau von weltweit 600 Stellen vor, wovon ein Zehntel auf den Hauptsitz in Schaffhausen entfällt. Diese Maßnahmen sind Teil der Reaktion auf das Geschäftsjahr 2025, in dem der Reingewinn auf 103 Millionen Franken gesunken war (Vorjahr: 214 Millionen Franken). Der Umsatz im Flow-Solutions-Geschäft lag in diesem Zeitraum bei knapp 3 Milliarden Franken.
Die Aktionäre bleiben indessen an der Entwicklung beteiligt. Trotz des tieferen Gewinns im abgelaufenen Jahr schlug der Verwaltungsrat eine unveränderte Dividende von 1,35 Franken pro Aktie vor. In der jüngeren Vergangenheit gab es zudem Bewegungen im Aktionariat und bei den Verantwortlichen.
Am 22. August wurden neue Beteiligungsoffenlegungen bei der SIX gemeldet, zudem hatte ein Mitglied der Geschäftsleitung bereits im März eigene Aktien im Wert von rund 42 Franken pro Titel erworben.
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