Fischer, Aktie

Georg Fischer Aktie: Verkauft Precicast an US-Konzern

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 05:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Verkauf bringt CHF 215 Millionen für den Schuldenabbau; zugleich stärkt Georg Fischer sein Halbleitergeschäft mit einem neuen Rohrsystem.

Aquarellmalerei einer Schweizer Industriestadt mit Fluss, Fabrik und Bergpanorama
Georg Fischer AG CH0001752309 illustriert Aquarellansicht einer Schweizer Industriestadt am Fluss mit Fabrikgebäuden und Alpenkulisse Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Vollzug einer Unternehmenstransaktion treibt Georg Fischer den Abbau seiner Verbindlichkeiten voran. Der Schweizer Industriekonzern schloss die Veräußerung der Precicast Group an die US-amerikanische Consolidated Precision Products Corp. am 30. September ab. Aus dem Verkauf fließt dem Unternehmen ein Erlös von CHF 215 Millionen zu.

Diese Mittel sind zweckgebunden vorgesehen. Georg Fischer gab bekannt, die Summe gemäss dem bestehenden Kapitalallokationsrahmen zur weiteren Reduktion der Nettoverschuldung einzusetzen.

Bereinigung im Bereich Casting Solutions

Die veräußerte Precicast Group gehörte zur Division GF Casting Solutions Industrial SA. Das Paket umfasst spezialisierte Gießereien für die Luft- und Raumfahrt sowie für Industriegasturbinen. Betroffen von der Übergabe an den US-Konzern sind die beiden Schweizer Produktionsstandorte in Novazzano und Stabio sowie ein Werk im rumänischen Arad.

Durch den Schritt trennt sich Georg Fischer von spezifischen Gussaktivitäten im Turbinen- und Flugzeugsegment. Das Management richtet das Portfolio damit weiter auf Kernbereiche aus, während die Bilanz durch den Mittelzufluss spürbar entlastet wird.

Neue Technologie für die Halbleiterindustrie

Parallel zur Portfoliobereinigung treibt das Unternehmen das operative Geschäft mit Produktneuheiten voran. Am 23. September lancierte Georg Fischer das System SYGEF Ultra. Dabei handelt es sich um ein hochreines Rohrleitungssystem aus dem Werkstoff PEEK, das speziell für den Transport von Reinstwasser in der Halbleiterfertigung der nächsten Generation entwickelt wurde.

Unternehmenseigenen Tests zufolge kann die Neuentwicklung die notwendige Spülzeit im Vergleich zu etablierten hochreinen PVDF-Systemen um etwa 80 % reduzieren. Der Konzern zielt damit direkt auf die steigenden Reinheitsanforderungen internationaler Chiphersteller ab.

Auch personell stellt sich der Konzern neu auf. Am 21. September ernannte das Unternehmen Lorraine Frega zur Präsidentin von GF Building Flow Solutions und zum Mitglied des Executive Committee. Sie tritt ihr Amt am 18. November 2026 an.

Kantonalbank sieht Potenzial für den Konzern

Die jüngste Entwicklung stößt im Markt auf positive Resonanz. Die St. Galler Kantonalbank stufte Georg Fischer am 30. September von «Neutral» auf «Opportunität» hoch. Der zuständige Analyst begründete diesen Schritt mit mehreren operativen Treibern.

Wachstumsimpulse erwartet das Institut vor allem aus dem Infrastrukturbereich, dem Halbleitergeschäft sowie einer einsetzenden Erholung im europäischen Bausektor. Zusätzliche Ergebnisverbesserungen verspricht sich die Bank von Synergien aus der Uponor-Integration und dem laufenden Effizienzprogramm.

Nachdem die Notierung bereits seit der Vorlage der Halbjahreszahlen zulegen konnte, sieht das Institut durch diese Faktoren weiteren Raum für operative Fortschritte.

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