General Motors Aktie: Neue Ermittlung, alte Motoren
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 18:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fast eine Million Fahrzeuge, ein Motor, der schon einmal zurückgerufen wurde — und trotzdem weiter ausfällt. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hat eine neue technische Untersuchung gegen General Motors eingeleitet, weil die bisherige Rückrufreparatur offenbar nicht in allen Fällen funktioniert hat.
Reparatur ohne Wirkung
Die Ermittlung betrifft 997.743 Fahrzeuge der Baujahre 2021 bis 2026, ausgestattet mit dem L87-Motor. Betroffen sind unter anderem Modelle wie der Cadillac Escalade, der Chevrolet Silverado 1500 und der GMC Yukon.
Die Behörde reagiert damit auf eine im Januar 2026 gestartete Rückrufprüfung, die klären sollte, ob die Lösung aus dem vorangegangenen Rückruf 25V-274 tatsächlich greift.
GM hatte den ursprünglichen Motorschaden auf ein Fertigungs- und Qualitätsproblem bei einem Zulieferer zurückgeführt und Motoren aus der Produktion zwischen März 2021 und Mai 2024 zurückgerufen. Die Reparatur bestand je nach Befund entweder aus einem Wechsel der Ölviskosität oder einem kompletten Motortausch.
Genau hier setzt das Problem an: Bei der Aufsichtsbehörde gingen 499 Beschwerden über erneute Motorausfälle nach der Reparatur ein, davon 473 nach dem Ölwechsel und 26 nach kompletten Austauschmotoren. GM selbst meldete den Behörden sogar 6.953 Beschwerden über Ausfälle nach der Reparatur.
Zusätzlich brisant: 191 Ausfälle betrafen Motoren, die erst nach dem ursprünglich genannten Produktionszeitraum gebaut wurden. Die NHTSA weitet ihre Untersuchung deshalb auf Motoren aus, die nach Mai 2024 vom Band liefen — ein Hinweis darauf, dass das zugrunde liegende Problem möglicherweise breiter angelegt ist als bislang angenommen.
Markt reagiert gelassen
Trotz der Ausweitung der Untersuchung zeigte sich die Aktie an der New Yorker Börse unbeeindruckt. Der Kurs legte am Freitag um 1,95 Prozent auf 87,83 Dollar zu — getragen auch von einer insgesamt freundlichen Stimmung im Automobilsektor, in dem auch Wettbewerber wie Ford Gewinne verzeichneten. Der Markt scheint das Risiko einer weiteren behördlichen Untersuchung derzeit nicht als akutes Problem für die Bewertung einzupreisen.
Ob aus der laufenden technischen Analyse ein erneuter, größerer Rückruf wird, ist offen. Bislang handelt es sich um eine Untersuchung der Rückruf-Wirksamkeit, keine neue Rückrufanordnung. Sollte die NHTSA jedoch zu dem Schluss kommen, dass die bisherige Reparatur strukturell unzureichend war, dürfte das Thema den Konzern in den kommenden Monaten weiter begleiten.
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