General Motors Aktie: Auto als Software-Roboter
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 21:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deGeneral Motors will mehr sein als ein Autobauer. Auf einem Event in New York hat der Konzern skizziert, wie Künstliche Intelligenz, eigene Software und „Eyes-off"-Fahren künftig zusätzliche Erlöse bringen sollen. Im Zentrum stehen die margenstarken Pickups und großen SUVs.
Autonomes Fahren für die Cashcows
Bereits 2028 soll der Cadillac Escalade IQ als erstes Modell autonome Autobahnfahrten bieten, bei denen der Fahrer den Blick von der Straße nehmen darf. Neu ist die Ausweitung: Der Dienst soll auch in Pickups und weitere große SUVs kommen, einen Zeitplan nannte GM dafür nicht. Später soll er auch auf anderen Straßentypen verfügbar sein.
Das Kalkül ist klar. Software und Dienste erreichen nach Analyse von PwC Margen von 30 bis 40 Prozent, Fahrzeugverkäufe liegen im Schnitt bei rund 10 Prozent. UBS rechnet damit, dass GMs Digitalumsatz bis 2036 von 3,2 auf 9,6 Milliarden Dollar steigt, und nennt das Potenzial „unterschätzt".
Skeptiker gibt es dennoch. Branchenvertreter verweisen auf offene Sicherheits- und Haftungsfragen, zudem könnte das Interesse der Käufer begrenzt sein.
Neues Fahrzeughirn, kürzere Entwicklung
Technisch baut GM eine zentrale Recheneinheit, die Updates per Funk ermöglicht, ähnlich wie bei einem Smartphone. Sie soll die 40-fache Rechenleistung bisheriger Systeme liefern und zuerst im Escalade IQ debütieren. Entwickelt wird sie im eigenen Haus, nicht mehr bei Zulieferern. Tesla, Rivian und chinesische Hersteller sind hier bislang voraus.
Parallel will GM die Entwicklungszeit neuer Modelle auf etwa zwei Jahre halbieren, mit KI und virtuellen Tests. Ein Zeitplan dafür fehlt ebenfalls. Chinesische Wettbewerber bringen Fahrzeuge laut AlixPartners doppelt so schnell auf den Markt, bei deutlich geringeren Kosten.
In den kommenden Monaten startet zudem ein eigener KI-Assistent der Marke OnStar im Cadillac Lyriq, per Abo. Bisher setzt GM auf Googles Gemini.
Solide Zahlen im Rücken
Finanziell steht GM stabil da. Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf rund 50 Milliarden Dollar, der Nettogewinn sprang auf etwa 3,3 Milliarden Dollar. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis grenzte der Konzern auf 14,5 bis 15,5 Milliarden Dollar ein. Ein neues, mehrjähriges Rückkaufprogramm über rund 20 Milliarden Dollar ist angekündigt.
Das Versprechen autonomer Pickups hängt damit am Jahr 2028. Bis dahin muss GM zeigen, dass Kunden für Software zahlen, die ihnen Zeit zurückgibt.
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