GameStop Aktie: Insider setzt Zeichen
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 12:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Direktor kauft in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs zu — und liefert damit die eigentliche Nachricht neben Zahlen, die ohnehin schon bekannt waren. GameStop-Vorstandsmitglied Lawrence Cheng erwarb über sein Vehikel Cheng Capital LLC 55.000 Class-A-Aktien zu 18,80 US-Dollar je Stück. Damit hält er nun 143.000 Aktien, zuvor waren es 88.000 — ein deutlicher Positionsaufbau, der bei Anlegern als Vertrauenssignal gewertet werden dürfte.
Der Kauf fiel zusammen mit der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen für das zweite Quartal, deren Kernaussagen bereits vorab bekannt waren. Entsprechend verhalten reagierte die Aktie zunächst: Nach anfänglichen Gewinnen gab sie den Handelstag über wieder nach.
Sammlerstücke tragen das Geschäft, Videospiele schrumpfen
Der Nettoumsatz sank auf 790,2 Millionen US-Dollar von 972,2 Millionen US-Dollar im Vorjahr — GameStop verweist auf den ausgelaufenen Rückenwind durch die Nintendo Switch 2, Filialschließungen und den Verkauf des Frankreich-Geschäfts. Das klassische Videospielgeschäft brach auf 263,2 Millionen US-Dollar ein, nahezu halbiert gegenüber dem Vorjahresquartal.
Dagegen boomt die Sparte Sammlerstücke: Trading Cards, Merchandise und Popkultur-Artikel legten um 57 Prozent auf 356,3 Millionen US-Dollar zu. Ihr Anteil am Gesamtumsatz kletterte auf 45,1 Prozent, nach 23,4 Prozent im Vorjahr — die Sparte hat sich damit zum zweiten tragenden Standbein neben dem Kerngeschäft entwickelt.
Operativ war es dennoch das stärkste zweite Quartal der Firmengeschichte: Das operative Ergebnis stieg auf 160,2 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA auf 174,0 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr hob das Management die EBITDA-Prognose auf über 650 Millionen US-Dollar an, nach zuvor über 600 Millionen US-Dollar.
Die eBay-Beteiligung als eigentlicher Werttreiber
Den größten Effekt auf die Bilanz lieferte erneut die Beteiligung an eBay. Zum Stichtag hielt GameStop rund 43,4 Millionen eBay-Aktien im Wert von etwa 4,9 Milliarden US-Dollar — ein Betrag, der inzwischen einen erheblichen Teil des Unternehmenswerts ausmacht und damit größer wirkt als das operative Geschäft selbst.
Unrealisierte Gewinne und Derivateerträge aus dieser Position trugen maßgeblich zum Nettogewinn von rund 299 Millionen US-Dollar beziehungsweise 0,51 US-Dollar je Aktie bei, nach 169 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Parallel dazu tilgte GameStop über privat verhandelte Tauschgeschäfte rund 1,4 Milliarden US-Dollar an Wandelanleihen, wodurch die langfristige Verschuldung auf etwa 2,8 Milliarden US-Dollar sank. Der Vorstand hält zudem an seinem im Juni genehmigten Rückkaufprogramm über zwei Milliarden US-Dollar fest, das bis Juni 2029 läuft — eine feste Verpflichtung zu Umfang oder Zeitpunkt der Käufe besteht laut der zugehörigen Mitteilung jedoch nicht.
Wie stark GameStop das Rückkaufprogramm tatsächlich nutzt, blieb in den Quartalsunterlagen offen. Für die weitere Kursentwicklung dürfte neben dem operativen Fortschritt bei den Sammlerstücken vor allem die Entwicklung der eBay-Position im Blick bleiben, die den Unternehmenswert derzeit stärker prägt als das eigentliche Handelsgeschäft.
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