Games Workshop: Aktie fällt wegen US-Zöllen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 17:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neues Rekordergebnis im Warhammer-Universum schützt nicht automatisch vor Gegenwind an den Märkten. Trotz eines historischen Höchststands beim operativen Ertrag geriet die Aktie des britischen Miniaturenherstellers Games Workshop gestern zeitweise unter Verkaufsdruck. Grund für die Verunsicherung sind drohende Belastungen durch US-Einfuhrzölle und anziehende Materialkosten.
Zölle und Kunststoffpreise belasten Ausblick
Im operativen Geschäft verzeichnete das Unternehmen aus Nottingham weiterhin eine hohe Nachfrage. Dennoch gaben die Notierungen im Handelsverlauf am Freitag zeitweise um bis zu 6,5 Prozent nach.
Verantwortlich für die Skepsis der Marktteilnehmer sind vor allem externe Kostenfaktoren. Games Workshop stellt sich auf jährliche US-Zollbelastungen in Höhe von 13 Millionen Pfund ein. Zugleich schlagen Schwankungen an den Energiemärkten durch: Höhere Einkaufspreise für Kunststoff verursachen einen Mehraufwand von zwei Millionen Pfund.
Die zusätzlichen Ausgaben treffen auf ein ansonsten margenstarkes Geschäftsmodell. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte die Bruttomarge im Kernbereich der Modellfiguren 71 Prozent. Diese Ertragskraft federt Belastungen bisher ab, erhöht jedoch zugleich die Sensibilität der Anleger für Kostentreiber.
Wachstum bei Abonnenten und Medienprojekten
Abseits der Kostenfront wächst die Fangemeinde des Tabletop-Herstellers weiter. Die Zahl der Abonnenten des Streamingdienstes Warhammer+ stieg zuletzt um 16 Prozent auf 269.000 Nutzer. Parallel legten die registrierten Konten im eigenen Webstore um 21 Prozent auf 890.000 zu.
Die Marke gewinnt auch außerhalb des klassischen Hobbymarkts an Reichweite. Bei der Entwicklung neuer Figuren verzichtet das Unternehmen laut Firmenchef Kevin Rountree bewusst auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in den Designprozessen.
Das Analysehaus Peel Hunt rechnet vor diesem Hintergrund ab dem Geschäftsjahr 2028 mit einem erneuten Gewinnanstieg. Das Vertrauen in den langfristigen Erholungskurs spiegelt sich auch in der Ausschüttung wider.
Kurserholung zum Wochenausklang
Zum Ende der Handelswoche stabilisierte sich das Papier wieder. Am Freitag ging die Aktie mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 208,20 Euro aus dem europäischen Handel. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 262,80 Euro entspricht dies einem Rückstand von 21 Prozent.
Neben den Geschäftszahlen meldete das Unternehmen eine organisatorische Maßnahme am Heimatmarkt. Für die periodische Bedienung des Mitarbeiter-Aktienprogramms beantragte Games Workshop eine neue Blockzulassung über 15.000 Stammaktien an der Londoner Börse. Die Aufnahme dieser Papiere ist für den 29. September geplant.
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