Galp Energia Aktie: Rekordquartal im Schatten
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:57 Uhr | Redaktion boerse-global.deStarke Zahlen, höhere Prognose, trotzdem deutliche Verluste: Galp Energia erlebt einen widersprüchlichen Montag. Das Quartal fiel besser aus als erwartet. Das Scheitern der Fusionsgespräche mit Moeve überlagert es jedoch.
Die Aktie gab im frühen Handel zwischen 8 und 10 Prozent nach. Der breite europäische Markt lag zeitgleich nahezu unverändert, die Schwäche ist also unternehmensspezifisch.
Moeve-Deal ohne Einigung
Galp teilte per Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht mit, dass die Verhandlungen über eine Zusammenlegung der Downstream-Geschäfte mit dem spanischen Konzern Moeve ohne Vereinbarung enden. Raffinerie, Chemie und Tankstellengeschäft hätten einen der größten integrierten Downstream-Betreiber Europas ergeben. Die Parteien konnten sich nicht auf Bedingungen einigen, die ihren strategischen und finanziellen Kriterien entsprechen.
Verwaltungsratschefin Paula Amorim hält die strategische Logik weiter für stimmig. Es habe aber die nötige kommerzielle Übereinstimmung gefehlt. Die Gespräche liefen seit einer unverbindlichen Vereinbarung im Januar 2026. Marktbeobachter werten die Reaktion so, dass Anleger den erhofften Skalen- und Synergieeffekt bereits eingepreist hatten.
Starkes drittes Quartal
Der operative Gewinn auf Ersatzkostenbasis sprang um 67 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 1,47 Milliarden Euro gerechnet. Haupttreiber waren Rekordmargen in der Raffinerie: 34 Dollar je Barrel Öläquivalent, nach 9,5 Dollar im Vorjahr.
Auch die Fördersparte legte zu. Das Upstream-Ergebnis stieg auf 708 Millionen Euro, weil die Förderung in Brasilien mit dem Förderschiff Bacalhau hochfuhr. Industrie und Midstream verdoppelten ihren Beitrag annähernd auf 639 Millionen Euro, trotz einer Belastung durch zeitversetzte Preisformeln.
Der bereinigte Nettogewinn erreichte 682 Millionen Euro und übertraf die Erwartungen. Der ausgewiesene Gewinn sank dagegen um 24 Prozent, weil Sonderbelastungen vor allem aus der Marktbewertung offener Derivate anfielen. Der freie Cashflow halbierte sich. Die Nettoverschuldung liegt mit dem 0,35-Fachen des operativen Gewinns niedriger als Ende 2025.
Höhere Prognose, offene Rechnung
Das Management hebt das Ziel für den operativen Gewinn 2026 auf rund 5 Milliarden Euro, zuvor waren es etwa 4 Milliarden. Der operative Cashflow soll bei rund 3,9 Milliarden Euro liegen. Die Investitionen bleiben bei etwa 1 Milliarde Euro. Die Planung unterstellt nun einen Ölpreis von 90 Dollar je Barrel.
Zusätzliches Potenzial liefert der Streit mit Venture Global: Am 7. Oktober entschied ein Schiedsgericht in Teilen zugunsten von Galp. Die Höhe des Schadenersatzes steht noch aus. Galp behält nun alleine die Kontrolle über sein Downstream-Geschäft und setzt auf Förderung in Brasilien und erneuerbare Energien.
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