FTSE, Zurückhaltung

FTSE 100: Ölwerte trotzen der Zurückhaltung

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Londoner Leitindex behauptet sich trotz geopolitischer Spannungen. Steigende Ölpreise stützen Energiewerte, während britische Häuserpreise nachgeben.

FTSE 100 bleibt stabil: Ölaktien führen die Gewinnerliste an
Eine Ölplattform auf hoher See bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Während die meisten europäischen Börsen zu Wochenbeginn ins Zögern verfallen, hält sich der FTSE 100 bemerkenswert stabil. Der Londoner Leitindex notierte am Montag bei 10.848 Punkten, ein Plus von 0,16 Prozent. Kein Ausreißer nach oben, aber auch kein Nachgeben – während anderswo in Europa die Vorsicht regiert.

Der Grund für die Zurückhaltung liegt jenseits des Atlantiks und im Nahen Osten zugleich. Anleger warten auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am Donnerstag und die US-Inflationsdaten am Freitag.

Die geschlossenen US-Börsen wegen eines Feiertags nehmen dem Handel zusätzlich Impulse. Hinzu kommen erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran, nachdem amerikanische Streitkräfte iranische Tanker angegriffen haben und Teheran mit einer neuen Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus droht.

Ölpreise treiben Energiewerte an

Genau diese Eskalation sorgt für den auffälligsten Trend im Index: Energieaktien liegen klar vorn. BP legte um 1,6 Prozent zu, Shell um 1,3 Prozent – beide profitieren von den gestiegenen Ölpreisen, die als Reaktion auf die Sorgen um mögliche Lieferunterbrechungen kletterten. Auch Diploma, Standard Life und Admiral Group zeigten mit Zuwächsen zwischen 1,9 und 2,1 Prozent Stärke.

AstraZeneca gewann etwa 1,5 Prozent, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA die Brustkrebspille Camizestrant unter dem Markennamen Etcamah zugelassen hatte. Eine Reihe breiter aufgestellter Werte wie Tesco, Next, National Grid und Standard Chartered notierte mit Aufschlägen zwischen 0,7 und 1,3 Prozent ebenfalls fester.

Auf der Verliererseite standen die Minenwerte. Fresnillo verlor 2,2 Prozent, Antofagasta gab 1,2 Prozent nach. Auch defensive Namen wie Diageo, Unilever und Haleon büßten zwischen einem und 1,7 Prozent ein, Entain verlor knapp zwei Prozent. Ashmore Group fiel nach gemischten Jahreszahlen um 1,6 Prozent.

Immobilienmarkt zeigt Bremsspuren

Aus der Konjunktur kam derweil ein eher unauffälliges, aber bemerkenswertes Signal: Die britischen Häuserpreise sind im August erstmals seit Ende 2023 gefallen. Auf Monatsbasis rutschten sie unerwartet um 0,2 Prozent ab, nachdem Ökonomen ein Plus von 0,2 Prozent erwartet hatten. Der Immobilienmarkt könnte damit ein erster Hinweis darauf sein, dass sich das Zinsumfeld allmählich in der Realwirtschaft niederschlägt.

Für den FTSE 100 bleibt die Gemengelage aus geopolitischer Unsicherheit und Zinsfantasie bestimmend. Die Blicke richten sich nun auf den EZB-Entscheid am Donnerstag und die US-Inflationsdaten am Freitag – beide dürften der aktuellen Seitwärtsbewegung eine klarere Richtung geben.

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