FTSE, Londons

FTSE 100: Ölpreisverfall treibt Londons Kurse

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 14:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der FTSE 100 gewinnt 0,52 Prozent, während fallendes Brent Finanz- und Bauwerte stützt, Energiekonzerne jedoch belastet.

FTSE 100 steigt trotz Ölpreisrückgang und schwacher Energiewerte
Börsenhändler an einem Arbeitsplatz in der Londoner City vor Monitoren mit Aktienkursen. Illustration mit AI erstellt.

Fallende Ölpreise sorgen an den europäischen Börsen für Auftrieb — und ausgerechnet in London, wo Energiewerte traditionell hohes Gewicht haben, sorgt das für eine bemerkenswerte Gemengelage.

Der FTSE 100 legte am Donnerstagmittag um 0,52 Prozent auf 10.744,40 Punkte zu, während zeitgleich der EuroStoxx 50 um 0,58 Prozent kletterte und der Schweizer SMI um 0,18 Prozent zulegte. Die Kaufbereitschaft blieb dabei insgesamt verhalten, angesichts weiter bestehender Risiken am Markt.

Zinsentscheid der Fed wirkt nach

Im Hintergrund wirkt die US-Zinserhöhung vom Vorabend nach, die am Markt differenziert aufgenommen wurde. Der einstimmige Entscheid der Notenbank signalisiert nach Einschätzung von Marktbeobachtern eine strikte, hawkische Linie und mindestens einen weiteren Zinsschritt bis Jahresende. Gleichzeitig werten Analysten den Schritt als Signal wiedergewonnener Glaubwürdigkeit der Fed in der Inflationsbekämpfung.

Für London kommt ein zweiter Faktor hinzu: der Ölpreis. Nachdem Lagerdaten in den USA einen unerwarteten Anstieg der Rohölvorräte gezeigt hatten und Berichte über zusätzliche saudische Lieferungen an asiatische Raffinerien die Runde machten, gab der Brent-Preis zuletzt deutlich nach. Das entlastet importabhängige Branchen und stützt die Konsumlaune, drückt aber zugleich auf die Kurse der im Index schwer gewichteten Energiekonzerne.

Bankwerte und Bauwerte im Blick

Vor diesem Hintergrund zeigte sich der britische Markt zuletzt zweigeteilt. Finanzwerte und Minenaktien profitierten von der insgesamt freundlichen Stimmung, während Energietitel wie BP und Shell unter dem Ölpreisrückgang litten.

Besonders auffällig war der Baukonzern Barratt Redrow, der nach deutlich gestiegenem Jahresgewinn kräftig zulegte — das Vorsteuerergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg auf 363,5 Millionen Pfund von zuvor 273,7 Millionen Pfund.

Parallel dazu bleibt die britische Inflation ein Belastungsfaktor für die Bank of England. Die Verbraucherpreise zogen im August auf ein Fünf-Monats-Hoch von 3,1 Prozent an, getrieben vor allem von höheren Kraftstoffpreisen. Die Kerninflation blieb mit 2,6 Prozent unverändert — ein Hinweis darauf, dass der Preisdruck vor allem von Energiekosten ausgeht, nicht von einer breiten Verteuerung.

Für den weiteren Handelsverlauf dürfte entscheidend bleiben, wie sich der Ölpreis in den kommenden Tagen entwickelt. Fällt er weiter, dürfte das die Stimmung an den europäischen Börsen weiter stützen, auch wenn die schwer gewichteten britischen Energiewerte dabei zu den Verlierern zählen.

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