FTSE, Minenwerte

FTSE 100: Minenwerte reißen Index nach unten

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der FTSE 100 gab nach, während höhere Ölpreise Energiewerte stützten. Schwache Konjunkturdaten und geopolitische Spannungen belasteten den Markt.

FTSE 100 fällt: Minenaktien unter Druck, Ölwerte steigen
Geschäftiges Treiben im Londoner Finanzviertel mit passierenden Geschäftsleuten vor unscharfem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Ölpreise nach oben, Minenaktien nach unten — und die Nahost-Krise mischt beides gehörig auf. Der FTSE 100 schloss am Dienstag 1,12 Prozent im Minus, belastet von einer Mischung aus geopolitischer Eskalation und unbequemen Konjunkturdaten.

Auslöser der Nervosität war die Zuspitzung des Konflikts zwischen dem Iran und den USA. Nach US-Angriffen auf eine Insel in der Straße von Hormus soll der Iran mit Attacken auf die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien reagiert haben. Die Ölpreise reagierten prompt: Brent-Rohöl kletterte auf über 92 Dollar je Barrel, ein Anstieg von rund 2,3 Prozent.

Bergbauwerte unter Druck, Energiekonzerne im Aufwind

Genau diese Konstellation spaltete den Londoner Markt in zwei Lager. Bergbaukonzerne zählten zu den größten Verlierern: Endeavour Mining verlor 5,4 Prozent, Antofagasta 5,2 Prozent und Fresnillo knapp 4,9 Prozent. Anglo American gab um 3,7 Prozent nach, Rio Tinto verlor 1,2 Prozent. Nur Glencore konnte sich mit einem moderaten Plus von 0,25 Prozent gegen den Trend stemmen.

Auf der anderen Seite profitierten die Ölwerte kräftig vom Preisanstieg. BP legte um 5,2 Prozent zu, Shell gewann 2,7 Prozent hinzu. Auch Reckitt Benckiser stach mit einem Plus von fast 4,5 Prozent heraus.

Breiter gestreut verlor der Markt an vielen Ecken: Rolls-Royce, Intercontinental Hotels, Melrose Industries, Whitbread und Barclays büßten zwischen 2 und 5 Prozent ein. WPP geriet nach der Ankündigung zusätzlicher Stellenstreichungen im vierstelligen Bereich bis Jahresende unter Druck.

Ashtead Technology Holdings verlor mehr als 4 Prozent, nachdem der Anbieter von Unterwasser-Equipment einen Rückgang beim operativen Ergebnis im ersten Halbjahr um 7 Prozent gemeldet hatte.

Konjunkturdaten liefern keine Entlastung

Die Wirtschaftsdaten passten zur schwachen Stimmung. Die Inflation in der Eurozone zog im August auf 3,3 Prozent an — der höchste Wert seit rund drei Jahren und ein klares Signal für eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche. In Deutschland brachen die Einzelhandelsumsätze im Juli überraschend um 3,4 Prozent ein, während Ökonomen mit einem Anstieg gerechnet hatten.

Im Vereinigten Königreich fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie im August auf 51,7 Punkte, den niedrigsten Stand seit fünf Monaten. Parallel dazu zeigte ein Bericht des britischen Handelsverbands, dass die Ladenpreise im August um 1,5 Prozent über Vorjahresniveau lagen — der höchste Wert seit Februar 2024, getrieben von kräftig steigenden Lebensmittelpreisen.

Steigende Anleiherenditen taten ein Übriges. Die Rendite 30-jähriger deutscher Staatsanleihen erreichte ein 15-Jahres-Hoch, während Frankreichs Zinsen auf den höchsten Stand seit 2008 kletterten. Die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten dürften diese Woche weitere Hinweise zur Zinspolitik der Fed liefern — und damit auch für die Richtung an den Rohstoff- und Aktienmärkten relevant werden.

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