Freshworks, Aktie

Freshworks Aktie: Gewinne trotz Kursabschlag

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 01:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Freshworks steigerte Umsatz und Profitabilität, hob die Jahresprognose an und verzeichnete nachbörslich dennoch Kursverluste.
Abstrakte Darstellung von wirtschaftlichem Wachstum und Marktstabilität in einem modernen Bürogebäude bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Starke Margen, Rekord beim freien Cashflow, angehobene Jahresziele. Trotzdem drehte die Freshworks-Aktie nach den Zahlen zum dritten Quartal nachbörslich deutlich ins Minus. Die Erwartungen waren offenbar höher als das, was das Unternehmen lieferte.

Zahlen über den Erwartungen

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 14 Prozent auf 245,4 Millionen Dollar und übertraf damit knapp die Konsensschätzung. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,22 Dollar, erwartet waren 0,18 Dollar. Die operative Marge nach Non-GAAP-Rechnung sprang auf knapp 30 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 21 Prozent.

Der bereinigte freie Cashflow erreichte mit 73,9 Millionen Dollar einen Rekordwert. Unter dem Strich stand ein GAAP-Gewinn von 18,3 Millionen Dollar, das zweite profitable Quartal in Folge. Die Barmittel belaufen sich auf rund 697 Millionen Dollar, Schulden hat der Softwareanbieter keine. Im Quartal kaufte Freshworks zudem eigene Aktien für etwa 27 Millionen Dollar zurück.

Nach Quartalsende knackte das Unternehmen die Marke von einer Milliarde Dollar wiederkehrender Jahreserlöse, früher als bislang in Aussicht gestellt.

Warum der Markt trotzdem verkauft

Der Kurs schloss regulär bei 14,15 Dollar und gab nachbörslich je nach Zeitpunkt zwischen 6 und knapp 8 Prozent nach, zeitweise auf etwa 13,06 Dollar. Die Aktie hatte sich in den vergangenen sechs Monaten um 62 Prozent verteuert und notierte nahe dem Jahreshoch von 15,51 Dollar. Wer auf eine Beschleunigung gesetzt hatte, wurde enttäuscht.

Die Prognose für das vierte Quartal peilt 253,5 bis 254,5 Millionen Dollar Umsatz an, im Einklang mit dem Konsens. Das entspricht erneut rund 14 Prozent Wachstum. Die Nettoumsatzbindung verharrte bei 104 Prozent, das Billings-Wachstum von 11,4 Prozent blieb hinter dem Umsatzplus zurück. Kein Wunder, dass Anleger die Wachstumsstory vorerst als gereift einstufen.

Das Management verwies zudem auf Gegenwind: Größere Unternehmenskunden brauchen längere Verkaufszyklen, und bei der übernommenen Device42 rutschen Erlöse von der Einmalerfassung in die ratierliche Erfassung. Für das erste Quartal 2027 warnte das Unternehmen vor saisonalem Margendruck.

Upmarket-Strategie greift

Unter der Oberfläche zeigt sich der Umbau. Die Zahl der Kunden mit mehr als 100.000 Dollar Jahreserlös wuchs um 25 Prozent auf 1.821. Das Segment oberhalb von 5.000 Dollar legte dagegen nur um 5 Prozent zu. Freshworks setzt bewusst auf größere Abschlüsse statt auf Volumen im Kleinkundengeschäft.

Die Jahresziele hob der Konzern an: Der Umsatz soll 965 bis 966 Millionen Dollar erreichen, der bereinigte freie Cashflow rund 265 Millionen Dollar. Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 68 bis 70 Millionen Dollar in Aussicht.

Ob diese Profitabilität bei konstant 14 Prozent Wachstum reicht, um das Kursniveau nahe 14 Dollar zu stützen, zeigt sich zunächst an der Handelsreaktion im regulären Handel am Mittwoch.

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