Fresenius Aktie: Biosimilar-Deal mit Signalwirkung
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 12:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Fresenius-Tochter mAbxience hat sich einen neuen Partner an Bord geholt: Sandoz, weltweit einer der größten Anbieter für Biosimilars. Gemeinsam wollen die beiden ein Nachahmerpräparat zum Blutergerinnungsmittel Hemlibra entwickeln und vermarkten. Für Fresenius ist das ein weiterer Baustein in der Strategie, das margenstarke Biosimilar-Geschäft auszubauen.
Arbeitsteilung zwischen Entwicklung und Vertrieb
Die Aufgaben sind klar verteilt. mAbxience übernimmt Entwicklung und Herstellung über seine Produktionsstätten in Spanien und Argentinien. Sandoz hält im Gegenzug die weltweiten Vermarktungsrechte, mit Ausnahme von Argentinien, Uruguay und Paraguay. Finanzielle Details zur Vereinbarung wurden nicht bekanntgegeben.
Das Zielprodukt Emicizumab richtet sich gegen Hämophilie A, die häufigste Form der Bluterkrankheit mit einem Anteil von rund 80 Prozent aller Fälle weltweit. Der globale Referenzmarkt für das Originalpräparat wird auf etwa 5,7 Milliarden Dollar geschätzt — ein Markt, der durch auslaufende Patente in den kommenden Jahren zunehmend für Biosimilar-Hersteller zugänglich wird.
Für mAbxience bedeutet der Vorstoß den Einstieg in ein neues Feld seltener Erkrankungen, ergänzend zum bestehenden Portfolio aus Onkologie, Immunologie und Knochenerkrankungen.
Kurs hat sich von Tiefständen erholt
Operativ bleibt der Rahmen für die Fresenius-Aktie durchwachsen. Nach einem Jahreshoch von 52,96 Euro im Februar rutschte das Papier bis Anfang Juni auf 35,11 Euro ab — ein Verlust von einem Drittel. Mittlerweile hat sich der Kurs wieder auf rund 45,80 Euro erholt.
Trotz des angespannten Umfelds für europäische Medizintechnik- und Gesundheitskonzerne halten Analysten an ihren Kaufempfehlungen fest. Barclays Capital nennt ein Kursziel von 57,50 Euro — deutlich über dem aktuellen Niveau.
Der Sandoz-Deal ändert an dieser fundamentalen Gemengelage wenig, liefert aber einen konkreten Baustein für die These, dass Fresenius sein Biosimilar-Geschäft international breiter aufstellt. Ob sich das in den kommenden Quartalen auch in den Zahlen der mAbxience-Sparte niederschlägt, dürfte sich erst zeigen, wenn das Emicizumab-Präparat die Zulassungshürden hinter sich gelassen hat.
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