Fraport Aktie: Ausland trägt die Last
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 08:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deFraport hält an seiner Jahresprognose fest, obwohl Iran-Krieg und hohe Kerosinpreise den Heimatflughafen Frankfurt bremsen. Den Ausgleich liefern die internationalen Beteiligungen. Sie stützen Passagierzahlen, operatives Ergebnis und Cashflow.
Frankfurt stagniert, das Ausland wächst
Am Heimatstandort dürfte die Passagierzahl 2026 auf Vorjahresniveau verharren, bei rund 63 Millionen. Im Oktober zählte Fraport etwa so viele Fluggäste wie ein Jahr zuvor. In den ersten zehn Monaten lag das Aufkommen leicht unter dem Vorjahr. Streiks, Wetter und die Lage im Nahen Osten belasteten.
Anders im Ausland: Die internationalen Flughäfen legten im dritten Quartal um 3,1 Prozent zu. Griechenland, Brasilien und Lima wuchsen solide, Ljubljana sogar zweistellig. Antalya fiel dagegen zurück, die Nähe zur Krisenregion dämpft dort die Nachfrage. Konzernweit lag das Passagieraufkommen in den ersten neun Monaten erstmals über dem Vor-Corona-Niveau von 2019.
Der Anteil der Auslandsgeschäfte am Konzern-Ebitda stieg im Quartal auf 54 Prozent, nach 47 Prozent im Vorjahr. Über neun Monate liegt er knapp unter 50 Prozent.
Gewinn unter Druck, Cashflow auf Rekord
Das Ebitda erreichte im dritten Quartal knapp 600 Millionen Euro. Das Plus fiel allerdings gering aus und resultierte zum Teil aus dem Verkauf einer Beteiligung. Der Überschuss sank um fast ein Viertel auf 263 Millionen Euro.
Ursache sind höhere Abschreibungen und Finanzierungskosten, die mit der Inbetriebnahme von Terminal 3 in Frankfurt und den neuen Anlagen in Lima zusammenhängen. Es handelt sich um nicht zahlungswirksame Posten.
Die Kasse zeigt ein anderes Bild. Der freie Cashflow sprang im Quartal auf ein Rekordniveau von 461 Millionen Euro. Die Investitionen sanken um 41 Prozent, weil die großen Bauprogramme auslaufen. Die Nettofinanzschulden fielen um rund 430 Millionen Euro auf unter 8,3 Milliarden Euro. Die Finanzführung will künftig vorhandene Liquidität und Teile des Cashflows nutzen, um Schulden abzubauen, statt alle Fälligkeiten zu verlängern.
Terminal 3 und Winterflugplan
Der Start von Terminal 3 verlief nach Unternehmensangaben reibungslos, trotz der zusätzlichen Komplexität durch das EU-Grenzsystem EES. Die Einzelhandelserlöse je Passagier lagen im Quartal rund 30 Prozent über denen von Terminal 2, im September sogar 40 Prozent. Der klassische Flughafen-Handel bleibt allerdings schwach, weil weniger zahlungskräftige Gäste aus dem Nahen Osten kommen.
Im Winter sinkt das Sitzplatzangebot in Frankfurt um 2 Prozent, die Flugbewegungen gehen um 5 Prozent zurück. Im Inlandsverkehr fällt der Rückgang deutlich stärker aus, auch wegen der Stilllegung von CityLine. Fraport reagiert mit Effizienzmaßnahmen und will Verwaltungskosten schrittweise senken, auch mit KI und Digitalisierung. Details sollen mit den Jahreszahlen im März folgen.
Prognose unverändert
Für 2026 erwartet der Vorstand weiter ein steigendes Konzern-Ebitda, das aber unter 1,5 Milliarden Euro bleibt. Der Überschuss soll zwischen 300 und 400 Millionen Euro liegen, eher am unteren Ende. Am 6. November übernimmt Fraport den Flughafen Kalamata in Griechenland, am 1. Januar 2027 startet die neue Antalya-Konzession.
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