Fortescue Aktie: Rekordversand, müder Kurs
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 08:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fortescue hat im Geschäftsjahr 2026 so viel Eisenerz verschifft wie nie zuvor — und die Börse zuckt trotzdem nur mit den Schultern. Die Aktie notierte zuletzt bei rund 18 Dollar, nahe dem unteren Ende der Jahresspanne. Zwischen operativer Bestleistung und Kursreaktion klafft eine auffällige Lücke.
Rekordzahlen ohne Kursfeuerwerk
201,3 Millionen Tonnen Eisenerz verschiffte der australische Miner im abgelaufenen Geschäftsjahr — ein Bestwert. Der Umsatz kletterte um 9 Prozent auf 17,0 Milliarden australische Dollar, das underlying EBITDA legte ebenfalls um 9 Prozent auf 8,6 Milliarden zu, bei einer Marge von 51 Prozent. Der freie Cashflow sprang um 25 Prozent auf 3,2 Milliarden.
Der underlying Gewinn nach Steuern stieg um 3 Prozent auf 3,5 Milliarden australische Dollar. Der ausgewiesene Nettogewinn nach US-GAAP-Betrachtung fiel dagegen von 3,373 auf 2,870 Milliarden Dollar — belastet durch eine nicht zahlungswirksame Wertminderung bei Iron Bridge und Entschädigungskosten.
Die Dividende steigt auf 1,08 australische Dollar je Aktie für das Gesamtjahr, bei einer Ausschüttungsquote von 65 Prozent — bereits das achte Jahr in Folge auf diesem Niveau.
Dass der Kurs trotzdem kaum reagierte, hat einen einfachen Grund: Es gab keine echte Überraschung. Die Zahlen lagen im erwarteten Rahmen, ohne klaren Bruch nach oben oder unten. Genau das nehmen Anleger offenbar als Signal, abzuwarten statt zuzugreifen.
Höhere Kosten, mehr Investitionen
Die Kehrseite der Rekordproduktion: Die Hematite-C1-Kosten stiegen um 4 Prozent auf 18,74 australische Dollar pro Tonne, getrieben von Energiepreisen und Inflation. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Fortescue mit einem weiteren Anstieg auf 20,50 bis 21,75 Dollar pro Tonne.
Parallel dazu zieht das Investitionsbudget an. Für Hafeninfrastruktur, Grauflotten-Ersatz und den Projektstart von Blacksmith plant der Konzern mit 2,3 bis 2,7 Milliarden australische Dollar an Sustaining-Capex — mehr als im Vorjahr. Hinzu kommt das milliardenschwere Dekarbonisierungsprogramm, das in den kommenden zwei Jahren seinen Höhepunkt bei der Auslieferung von rund 700 Elektrogeräten erreichen soll, darunter der erste batterieelektrische Lkw.
Belastend wirken zudem die laufenden Verhandlungen mit der chinesischen China Mineral Resources Group sowie eine externe Untersuchung zu Fehlverhaltensvorwürfen gegen einen Manager. Beide Themen blieben beim jüngsten Earnings-Call ohne konkrete Auflösung.
Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Fortescue einen Eisenerzversand zwischen 197 und 207 Millionen Tonnen an, inklusive 11 bis 14 Millionen Tonnen aus dem Iron-Bridge-Projekt. Ob die Kombination aus Rekordvolumen, steigenden Kosten und ungelösten Handelsfragen ausreicht, um den Kurs aus seiner unteren Spanne zu holen, dürfte sich erst mit greifbaren Fortschritten bei den China-Gesprächen zeigen.
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