Ford Aktie: Farley warnt vor China-Tempo
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ford-Chef Jim Farley hat in Detroit eine klare Warnung ausgesprochen: Europa habe den Wettlauf gegen chinesische Autohersteller bereits verloren, für die USA sei es dagegen noch nicht zu spät. Die Aussage fällt in eine Phase, in der Ford gleich mehrere strategische Weichen neu stellt.
Der Marktanteil chinesischer Marken ist zwischen 2020 und 2025 weltweit um fast 70 Prozent gestiegen. In Europa lag er 2020 noch nahe null, im August 2026 bereits bei 12 Prozent. Farley fordert von der Politik mehr Bedacht bei der Entscheidung, wie offen der US-Markt für chinesische Hersteller sein soll — ein Thema, das auch in Washington diskutiert wird, wo mehrere Gesetzesinitiativen chinesische Automarken einschränken oder verbieten könnten.
Zwischen Konfrontation und Kooperation
Ford fährt gegenüber China einen zweigleisigen Kurs. Einerseits will der Konzern eigene Technologie verteidigen und kündigt für kommendes Jahr sein "universelles" Elektro-Pickup an. Andererseits kooperiert Ford dort, wo eigenes geistiges Eigentum fehlt: Mit dem chinesischen Hersteller Geely ist eine Fertigungs-Partnerschaft für ein spanisches Werk vereinbart, in dem ab Anfang kommenden Jahres Elektrofahrzeuge entstehen sollen.
Diese Doppelstrategie sorgt für politische Reibung. Die US-Regierung hatte Ford erst kürzlich in einem Schreiben "tiefe Besorgnis" über die China-Verbindungen des Unternehmens signalisiert und dessen strategische Ausrichtung hinterfragt. Ford verteidigte sich mit Verweis auf seine Rolle als größter Fahrzeugproduzent der USA und größter Arbeitgeber unter den heimischen Autobauern.
Milliarden-Investition in US-Zulieferer
Parallel zur China-Debatte hat Ford gemeinsam mit JPMorganChase, dem Bundesstaat Michigan sowie den Innovationszentren Michigan Central und Newlab die Initiative "Michigan LIFT" gestartet. Ziel ist es, innovativen Zulieferern den Sprung von der Prototypenphase zur Serienproduktion zu erleichtern.
Ford strebt an, im Rahmen der Initiative über zehn Jahre Aufträge im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar an teilnehmende Zulieferer zu vergeben. JPMorganChase will parallel Finanzierungen in ähnlicher Größenordnung bereitstellen. Die Partner wollen zudem weitere Industrieabnehmer gewinnen, die zusätzliche Nachfrage im Milliardenbereich einbringen sollen.
Die Initiative zielt auf Zukunftsfelder wie Robotik, Batteriespeicher, kritische Mineralien und Luftfahrtkomponenten — Bereiche, die auch für Fords eigene Lieferketten an Bedeutung gewinnen. Für den Autobauer ist das Programm auch eine Antwort auf den politischen Druck, US-Produktion und -Zulieferer zu stärken, während gleichzeitig die Debatte um chinesischen Wettbewerb weiter an Fahrt aufnimmt.
Ford-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ford-Analyse vom 30. September liefert die Antwort:
Die neusten Ford-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ford-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Ford: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
