Flughafen Wien Aktie: Vorstand fordert niedrigere Ticketsteuer
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 12:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Flughafen Wien hat sich das Passagieraufkommen im Spätsommer spürbar abgeschwächt. Am Standort Wien ging das Fluggastaufkommen im August 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,9 Prozent auf 3.172.284 Reisende zurück. Medienberichten zufolge machten sich vor allem ein ausgedünntes Angebot der Billigfluggesellschaften sowie Flugstreichungen infolge der Nahost-Krise bemerkbar.
Dämpfer im Sommerreiseverkehr
Auch auf Konzernebene fiel das Reiseaufkommen schwächer aus. Die gesamte Flughafen-Wien-Gruppe fertigte im August 4.526.965 Passagiere ab, was einem Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber dem August 2025 entspricht.
In der Zwischenbilanz der ersten acht Monate summierte sich das Passagieraufkommen am Standort Wien auf 20,57 Millionen Fluggäste. Das bedeutete ein Minus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Einbruch bei den Billigfluglinien traf den Flughafen in einer Phase, in der geopolitische Unsicherheiten Verbindungen in den Nahen Osten belasteten.
An der Börse zeigte sich das Papier trotz des Passagierrückgangs im August stabil. Die Aktie des Flughafen Wien notiert bei 53,60 Euro und liegt damit 4,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 56,00 Euro.
Zuwächse im Frachtbereich und neue Langstreckenkapazitäten
Ein gegenteiliges Bild zeigte sich im Frachtverkehr des Drehkreuzes. Im August wurden am Standort 27.500 Tonnen Luftfracht umgeschlagen, was einem Zuwachs von 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entsprach. In den ersten acht Monaten belief sich das gesamte Frachtvolumen auf knapp 210.000 Tonnen und lag damit 1,1 Prozent über dem Vorjahreswert.
Gleichzeitig baut die wichtigste Heimatfluggesellschaft ihre Langstreckenflotte vor Ort aus. Mitte September traf die vierte Boeing 787-9 Dreamliner mit der Kennung OE-LPI für Austrian Airlines am Flughafen Wien ein. Der reguläre Liniendienst mit Fluggästen soll ab Mitte Dezember 2026 starten.
Zusätzliche Belastungen im Flugbetrieb traten abseits der Passagierströme auf. Kurzfristige Krankenstände in der Flugleitzentrale von Austro Control führten zu Verzögerungen bei rund 20 Abflügen und Ankünften. Davon betroffen waren Verbindungen von Austrian Airlines, Ryanair, Eurowings, British Airways und Luxair.
Standortpolitik und interne Investitionen
Um das Verkehrswachstum wieder anzukurbeln, rückte das Management die politischen Rahmenbedingungen in den Fokus. Am 15. September forderte der Vorstand des Flughafen Wien erneut eine substantielle Senkung der österreichischen Ticketsteuer. Ziel des Vorstoßes ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern und Ausbauchancen für Flugverbindungen zu nutzen.
Parallel investiert das Unternehmen in den laufenden Flughafenbetrieb. Für die betriebliche Verpflegungsinfrastruktur der rund 23.000 Beschäftigten am Standort wendete der Konzern ein Investitionsvolumen von rund 10 Millionen Euro auf. Zudem traten mit Beginn des Ausbildungsjahres 29 neue Lehrlinge ein, womit das Unternehmen insgesamt 99 Nachwuchskräfte ausbildet.
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