Fluence Energy Aktie: 400-Millionen-Lieferungen verschoben
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Speicherspezialist Fluence Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 eine zwiespältige Bilanz vorgelegt. Während die Nachfrage nach Speicherlösungen für Rechenzentren massiv ansteigt und zu einem Rekord bei den Auftragsbeständen führte, zwangen Verzögerungen bei der Auslieferung das Management zu einer deutlichen Korrektur der Jahresziele. Die Aktie reagierte daraufhin mit deutlichen Verlusten.
Umsatzplus von Verlusten überschattet
Im am 30. Juni beendeten dritten Geschäftsquartal steigerte Fluence Energy den Umsatz um 7,9 Prozent auf 649,8 Millionen US-Dollar. Trotz dieses Wachstums weitete sich das Minus in der Bilanz deutlich aus. Das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 44,3 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 6,9 Millionen US-Dollar erzielt worden war. Auch die Bruttomarge nach GAAP-Rechnungslegung gab spürbar nach und sank von 14,8 Prozent im Vorjahr auf nun 5,1 Prozent.
Diese Entwicklung ist vor allem auf zeitliche Verschiebungen bei großen Projekten zurückzuführen. Wie das Unternehmen mitteilte, mussten Lieferungen im Gesamtwert von etwa 400 Millionen US-Dollar in das nächste Geschäftsjahr 2027 verlagert werden. Dies belastete die Profitabilität des laufenden Zeitraums erheblich und führte dazu, dass auch das bereinigte EBITDA mit minus 29,3 Millionen US-Dollar tief in die roten Zahlen rutschte.
Boom bei Rechenzentren treibt Auftragsbestand
Ein gänzlich anderes Bild zeigt sich beim Blick auf die künftige Auslastung. Fluence Energy verzeichnete einen Auftragseingang von über 1,44 Milliarden US-Dollar, was fast einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Der gesamte Auftragsbestand erreichte mit 6,4 Milliarden US-Dollar einen neuen historischen Höchststand. Ein wesentlicher Treiber dieser Dynamik ist der Bedarf von Rechenzentren, die im Zuge des KI-Booms ihre Infrastruktur massiv ausbauen.
Allein bis Juli sicherte sich das Unternehmen Aufträge aus diesem Sektor im Volumen von 850 Millionen US-Dollar. Davon entfallen allein 550 Millionen US-Dollar auf einen einzelnen großen Cloud-Anbieter, einen sogenannten Hyperscaler. Die gesamte Pipeline an potenziellen Projekten beziffert das Unternehmen inzwischen auf eine Kapazität von rund 163,7 Gigawattstunden.
Deutliche Korrektur der Jahresziele
Aufgrund der Projektverschiebungen sah sich das Management jedoch gezwungen, die Prognose für das gesamte Geschäftsjahr 2026 nach unten anzupassen. Der erwartete Jahresumsatz wird nun in einer Spanne von 2,9 bis 3,1 Milliarden US-Dollar gesehen, nachdem zuvor 3,2 bis 3,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt worden waren. Auch beim bereinigten EBITDA rechnet Fluence nur noch mit einem Wert zwischen minus 30 Millionen und plus 10 Millionen US-Dollar.
Am Aktienmarkt lasteten diese Nachrichten schwer auf dem Kurs. Das Papier schloss am Freitag bei 11,42 € und damit 1,04 Prozent niedriger. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus für Anleger bereits auf 33,02 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell 59,65 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Februar bei über 28 Euro markiert wurde. Analysten bewerten den Titel im Konsens derzeit überwiegend neutral mit der Einstufung „Hold“.
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