First Solar Aktie: Werk in Gaffney eröffnet
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 03:28 Uhr | Redaktion boerse-global.deFirst Solar will heute die erste Phase seines rund 330 Millionen US-Dollar teuren Werks in Gaffney, South Carolina, eröffnen. Der Standort soll die US-Fertigung ausbauen und übernimmt letzte Produktionsschritte für Series-6-Plus-Module. Für Anleger folgt der nächste Prüfstein unmittelbar: Am 29. Oktober werden nach Börsenschluss die Quartalszahlen erwartet.
Ausbau erfolgt in zwei Phasen
First Solar kündigte die Eröffnung gestern an. In Gaffney arbeiten derzeit rund 500 Menschen. Bis Mitte 2027 soll die Beschäftigung mit dem erwarteten Abschluss der zweiten Phase auf knapp 700 steigen.
Damit steht die heutige Zeremonie für einen Zwischenschritt, nicht für den Abschluss des gesamten Projekts. Für die weitere Entwicklung des Standorts bleibt die Umsetzung der nächsten Ausbaustufe entscheidend.
Die erwartete jährliche Nennkapazität der Anlage beträgt 3,7 Gigawatt. First Solars gesamte US-Kapazität soll damit 2027 auf 17,7 Gigawatt steigen.
Der Ausbau betrifft ausdrücklich die Endfertigung der Module. Seine Bedeutung für Anleger liegt damit im zusätzlichen Produktionsumfang innerhalb der USA. Ob sich die Kapazitätserweiterung auch in höheren Verkäufen und Ergebnissen niederschlägt, müssen die folgenden Geschäftszahlen zeigen.
Quartalsbericht liefert den nächsten Maßstab
Für das dritte Quartal 2026 erwartet das Management Modulverkäufe von 3,9 bis 4,5 Gigawatt. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen liegt die Prognose bei 625 bis 775 Millionen US-Dollar.
Die Eröffnung allein beantwortet die Frage nach der operativen Entwicklung also nicht. Der Quartalsbericht bietet die Gelegenheit, Absatz und Ergebnis an den zuvor formulierten Erwartungen zu messen.
Der Zacks-Konsens rechnet mit einem Gewinn je Aktie von 4,64 US-Dollar. Das entspräche einem Anstieg um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Beim Umsatz zeigt die Erwartung dagegen in die andere Richtung. Die Analystenschätzungen zeichnen somit kein einheitliches Wachstumsbild: Ein höherer Gewinn je Aktie soll mit geringeren Erlösen zusammenfallen.
Der erwartete Umsatz liegt bei 1,31 Milliarden US-Dollar und damit 17,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese Angaben sind Prognosen, keine bereits veröffentlichten Ergebnisse.
US-Ausbau trifft auf Belastungen in Asien
Parallel zur Erweiterung in South Carolina bleibt die Unterauslastung der Werke in Malaysia und Vietnam ein Belastungsfaktor. Der amerikanische Ausbau und die Auslastungsprobleme in Asien zeigen unterschiedliche Herausforderungen innerhalb der Fertigung.
Laut Management verursacht die Unterauslastung Kosten von rund 30 Millionen US-Dollar je Quartal. Entscheidungen über rund 1,8 Gigawatt Fertigkapazität hängen von der Handelspolitik und den Bedingungen am US-Markt ab.
Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Maßstab: Gaffney erweitert die Produktionsmöglichkeiten. Der anstehende Bericht muss zugleich zeigen, wie sich Absatz, Ergebnis und Auslastung entwickeln. Die Werkseröffnung ist ein konkreter Fortschritt beim Ausbau – aber noch kein Beleg dafür, dass die operativen Belastungen nachlassen.
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