First Solar Aktie: BNP Paribas hebt auf 402 Dollar
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 10:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische Photovoltaik-Hersteller First Solar verzeichnete zuletzt einen deutlichen strategischen Aufwind. Hintergrund ist die offizielle Unterstützung des Unternehmens für neue US-Handelsbarrieren gemäß Sektion 232, die auf Polysilizium-basierte Solarprodukte abzielen. Diese politischen Maßnahmen sowie die Bestätigung der Finanzziele für das Jahr 2026 führten zu einem kumulierten Kursplus von 18,5 %. Am Markt wird die Aktie aktuell mit 216,50 € bewertet, was einem Zuwachs von 6,91 % innerhalb der letzten sieben Tage entspricht.
Handelszölle schaffen Marktstabilität
Das Unternehmen begrüßte offiziell die Maßnahmen der US-Regierung, die einen Zoll von 15 % sowie einen Mindestimportpreis für siliziumbasierte Solarprodukte vorsehen. Konkret liegt dieser Mindestpreis bei 0,38 US-Dollar pro Watt für kristalline Siliziummodule. First Solar, das sich durch seine Dünnschicht-Technologie von der Konkurrenz abhebt, sieht darin eine Stärkung der heimischen Produktionskapazitäten. In seinem aktuellen Bericht zur unternehmerischen Verantwortung betonte der Konzern zudem seinen wachsenden ökologischen Fußabdruck in den USA und die Kapazitäten für das Recycling von Modulen.
Die Analysten reagierten prompt auf die veränderte regulatorische Lage. Die Experten von BNP Paribas erhöhten am gestrigen Sonntag ihr Kursziel massiv von 281 auf 402 US-Dollar und behielten die Einstufung „Outperform“ bei. Sie begründen dies mit einem strukturellen Anstieg des Endwertes des Unternehmens durch den neuen Mindestimportpreis. Zeitgleich bestätigte die Bank UBS ihr Kursziel von 330 US-Dollar und die Einstufung „Buy“. Die Analysten charakterisierten die neue Zollpolitik als ein klärendes Ereignis, das langfristige Unsicherheiten in der Branche beseitige.
Starke Quartalszahlen und hoher Auftragsbestand
Trotz eines leichten Rückgangs des Nettoumsatzes um 4 % auf 1,06 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2026 konnte First Solar seine Rentabilität steigern. Der Nettogewinn kletterte um 23,6 % auf 422,6 Millionen US-Dollar, was einem verwässerten Gewinn von 3,92 US-Dollar pro Aktie entspricht. Das Unternehmen profitierte hierbei von einer effizienten Kostenstruktur und stabilen Lieferverträgen. Der Kurs notiert infolge dieser Entwicklung rund 3,45 % über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 209,28 €.
Für das Gesamtjahr 2026 hält das Management an seiner Prognose fest. Erwartet wird ein Nettoumsatz zwischen 4,9 Milliarden und 5,2 Milliarden US-Dollar bei einem Absatzvolumen von 17,0 bis 18,2 Gigawatt (GW). Ein wesentlicher Pfeiler für die langfristige Planung ist der Auftragsbestand. Laut Unternehmensangaben verfügt First Solar über einen vertraglich abgesicherten Backlog von 45,1 GW mit einem Gesamtwert von etwa 13,6 Milliarden US-Dollar, wobei die Lieferzusagen bis in das Jahr 2030 reichen.
Rechtliche Herausforderungen und Insidergeschäfte
Überschattet wird die positive Geschäftsentwicklung durch eine laufende Sammelklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Wertpapierhandelsgesetz. Mehrere Anwaltskanzleien erinnerten die Aktionäre am heutigen Montag an die laufende Frist. Den Vorwürfen zufolge soll First Solar den Markt zwischen Februar 2025 und Februar 2026 über die Fähigkeit getäuscht haben, den Betrieb von Asien in die USA zu verlagern und die Auswirkungen von Zöllen zu bewältigen.
Parallel dazu meldeten Führungskräfte des Unternehmens Anteilsverkäufe. Chief Supply Chain Officer Michael Koralewski veräußerte am Mittwoch vergangener Woche 7.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 221,51 US-Dollar. Bereits am Montag zuvor verkaufte Chief Technology Officer Markus Gloeckler 3.425 Anteile im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Solche Transaktionen sind bei US-Managern zur Diversifizierung des Privatvermögens üblich, werden von Anlegern jedoch stets genau beobachtet.
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