First Majestic Silver Aktie: Bonusstreit legt San Dimas lahm
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Arbeitskonflikt bei First Majestic Silver hält den Betrieb in San Dimas weiter an. Am Dienstag berichtete das Unternehmen, dass der Ausstand ungelöst sei und die Arbeiten ausgesetzt blieben. Im Mittelpunkt steht die steuerliche Behandlung einer freiwilligen Bonuszahlung. Für Anleger bleibt damit die Unterbrechung der Förderung das entscheidende operative Thema.
Bonusstreit blockiert den Betrieb
Die Arbeitsunterbrechungen in San Dimas begannen am 18. September. Am 8. Oktober folgte der formelle Streik. Die Förderung von Gold und Silber wurde gestoppt. Die Mitteilung vom Dienstag bestätigt damit, dass der Konflikt über den Beginn des formellen Streiks hinaus anhält.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem Anlass des Ausstands und seinen betrieblichen Folgen. Der Streit betrifft die Besteuerung einer freiwilligen Zahlung. Seine Wirkung reicht aber unmittelbar in die Produktion hinein: Solange der Betrieb ausgesetzt bleibt, kann San Dimas keinen regulären Förderbeitrag leisten. Eine Lösung des Bonuskonflikts ist deshalb für die operative Entwicklung wesentlich.
Produktionszahlen zeigen bereits die Belastung
First Majestic meldete für das dritte Quartal 2026 eine Silberproduktion von 3,4 Millionen Unzen sowie eine Goldproduktion von 29.552 Unzen.
Die am 8. Oktober veröffentlichten Förderzahlen bilden bereits einen Teil der Störungen ab. Sie beschreiben allerdings ein abgeschlossenes Quartal, während der Arbeitskonflikt darüber hinaus fortbestand. Die bisher gemeldeten Ausfälle sind deshalb vom weiteren Verlauf des Streiks zu trennen.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank die Silberproduktion um 11%, die Goldproduktion um 17%. In San Dimas fiel die Silberförderung um 41%.
Damit war der Rückgang in San Dimas ausgeprägter als bei der gesamten Silberproduktion des Unternehmens. Für den Standort meldete First Majestic 859.869 Unzen Silber bei zwölf Tagen mit Betriebsstörungen. Diese Zahlen verdeutlichen die Bedeutung des Ausstands, beziffern aber nicht dessen Folgen nach Quartalsende.
Finanzbericht als nächster Prüfstein
Für den 5. November 2026 ist die Veröffentlichung der Finanzergebnisse des dritten Quartals angekündigt. Dann rückt neben den bereits bekannten Fördermengen die finanzielle Entwicklung in den Mittelpunkt.
Vom Arbeitskonflikt zu unterscheiden ist die vor gut einer Woche grundsätzlich vereinbarte Rahmenlösung im älteren Steuerstreit mit Mexiko. Sie betrifft die Tochtergesellschaft Primero Empresa Minera. Das Schiedsverfahren wurde bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt, während die Parteien eine endgültige Einigung verfolgen.
Diese Verständigung ersetzt keine Lösung für San Dimas. Für die operative Einordnung bleibt ausschlaggebend, ob First Majestic den Konflikt um die Bonusbesteuerung beilegen und die ausgesetzte Förderung wieder aufnehmen kann.
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