Ferrexpo Aktie: Zwischendividende wegen Verlust ausgesetzt
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein massiver Rückgang der Fördermengen und anhaltende Belastungen durch den Krieg in der Ukraine haben den Eisenerzförderer Ferrexpo im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen gedrückt.
Vor Steuern fiel ein Verlust von 11,0 Millionen US-Dollar an. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Minus vor Steuern noch 186,9 Millionen US-Dollar betragen, damals allerdings geprägt durch eine Wertminderung in Höhe von 154 Millionen US-Dollar.
Angesichts der angespannten Ertragslage setzte der Vorstand die Zwischendividende vollständig aus.
Kriegsschäden und blockierte Steuergelder belasten Produktion
Hinter dem Umsatzeinbruch steht eine drastische Reduzierung der operativen Tätigkeit. Nach gezielten Angriffen auf die ukrainische Strominfrastruktur musste Ferrexpo den Betrieb zu Jahresbeginn zeitweise komplett einstellen.
Die kommerzielle Produktion brach im Vorjahresvergleich um 54 Prozent auf knapp 1,6 Millionen Tonnen ein, während das Absatzvolumen um 62 Prozent auf 1,455 Millionen Tonnen sank. Gegenwärtig läuft lediglich eine von vier Pelletierlinien in eingeschränktem Umfang.
Zusätzlichen Druck auf das operative Geschäft erzeugen Streitigkeiten mit den ukrainischen Behörden. Teile der Forderungen wurden formell abgelehnt.
Um während der Produktionsunterbrechungen liquide Mittel freizusetzen, veräußerte das Unternehmen im Berichtszeitraum unter anderem das Frachtschiff Iron Destiny für 7,7 Millionen US-Dollar. Zwar legte der durchschnittlich erzielte Eisenerzpreis im ersten Halbjahr um 8 Prozent auf 121,3 US-Dollar je Tonne zu, konnte den Förderrückgang jedoch nicht ausgleichen.
Finanzielle Reichweite nach Notfinanzierung gestreckt
Eine Zuspitzung der Liquiditätslage konnte erst abgewendet werden, nachdem die Aktionäre eine Notkapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar billigten, bei der rund 60 Millionen US-Dollar über eine Platzierung und 40 Millionen US-Dollar durch den größten Anteilseigner gezeichnet wurden.
Nach Angaben des Managements reicht diese Finanzierung bei der aktuell gedrosselten Produktion für etwa 18 Monate aus. Eine spürbare Erholung der Förderleistung bleibt jedoch strikt an eine verlässliche Energieversorgung, offene Logistikkorridore sowie Fortschritte im Steuerstreit gebunden. Die Börse reagierte erleichtert auf die Veröffentlichung der Zahlen: Die Aktie legte heute um 12 Prozent zu und stieg auf 0,3784 Euro.
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