Ferrexpo Aktie: Steuerbehörden blockieren Rückerstattungen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwischen blockierten Steuererstattungen, logistischen Engpässen und zähen Finanzierungsgesprächen steht der Rohstoffkonzern Ferrexpo unter spürbarem Druck. Die fortlaufenden Einschränkungen im operativen Betrieb infolge des Ukraine-Kriegs belasten die Handlungsfähigkeit des Unternehmens massiv.
An den Börsen notiert das Papier heute bei 0,3892 Euro, was einem Tagesgewinn von 7,2 Prozent entspricht. Seit dem Jahreswechsel summiert sich der Kursverlust allerdings auf 57 Prozent.
Unsichere Finanzierung und blockierte Steuerguthaben
Besonders die Liquiditätslage des Konzerns erweist sich als kritischer Faktor. Ferrexpo sieht sich mit einbehaltenen Mehrwertsteuerrückerstattungen durch die ukrainischen Steuerbehörden konfrontiert, was den finanziellen Spielraum empfindlich einengt. Parallel dazu verhandelt das Management intensiv über eine besicherte Handelsfinanzierung. Ob diese Vereinbarung tatsächlich zustande kommt, ist nach Unternehmensangaben jedoch weiterhin ungewiss.
Um die Kapitalbasis zu stützen, leitete das Unternehmen eine Kapitalerhöhung über rund 100 Millionen US-Dollar in die Wege. Der finanzielle Engpass bremste jedoch auch die Förderung.
Starker Förderrückgang nach Betriebsunterbrechung
Zu diesem Rückgang trug auch ein vorübergehender Produktionsstopp im August bei, ehe im Folgemonat eine einzelne Pelletieranlage wieder angefahren werden konnte. Bei den Produktkategorien zeigt sich dabei ein gemischtes Bild.
Während die Erzeugung von Direct-Reduction-Pellets im Neunmonatszeitraum spürbar zulegen konnte, brachen die Mengen bei Premium-Pellets und kommerziellem Konzentrat deutlich ein. Diese Entwicklung spiegelt die betrieblichen Anpassungen an die veränderten Bedingungen wider.
Schwere Belastungen für Belegschaft und Logistik
Neben den finanziellen und operativen Hürden fordert der anhaltende Konflikt einen schweren menschlichen Tribut. Derzeit leisten 837 Beschäftigte ihren Dienst in den ukrainischen Streitkräften.
Seit Beginn der russischen Invasion verloren zudem 70 Mitarbeiter ihr Leben. Direkte kriegerische Vorfälle betreffen auch die Transportketten: Im Juli geriet ein gechartertes Schiff mit Ferrexpo-Fracht unter Drohnenbeschuss, wobei ein Besatzungsmitglied starb.
Gleichzeitig bleibt der Zugang zu den Seehäfen für das Unternehmen stark reglementiert, was den Abtransport der Eisenerzprodukte fortwährend einschränkt. Für die künftige Stabilität des Konzerns kommt es maßgeblich auf den Ausgang der Finanzierungsverhandlungen an. Solange die Rückerstattung der Steuerguthaben ausbleibt und die Transportrouten hochgradig gefährdet sind, bewegt sich der Konzern in einem extrem engen Handlungsrahmen.
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