Ferrexpo Aktie: Produktion in Ukraine läuft wieder
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 02:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einer monatelangen Zwangspause an der London Stock Exchange unternimmt Ferrexpo Schritte, um die eigene Handlungsfähigkeit zu stabilisieren. Für das Unternehmen markiert dies eine wichtige Zäsur auf dem Weg zu geordneten Verhältnissen.
An den Märkten verlief die Rückkehr allerdings verhalten. Gestern schloss die Aktie bei 0,3220 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 64 Prozent, womit der Wert weiterhin von erheblichem Abwärtsdruck der Vormonate gezeichnet bleibt.
Für eine dauerhafte Erholung reicht die Wiederaufnahme des Handels allein jedoch nicht aus. Entscheidend für Anleger ist vielmehr, ob das Unternehmen die operativen und bilanziellen Belastungen in einem unverändert herausfordernden Umfeld bewältigen kann. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherung der Zahlungsfähigkeit und die schrittweise Reaktivierung der industriellen Kapazitäten.
Finanzierungspaket sichert Liquidität
Um die bestehenden Engpässe zu überbrücken, stützt sich das Unternehmen auf ein zweistufiges Finanzierungspaket. Vor rund zwei Wochen beschaffte sich Ferrexpo über die Ausgabe von 448,8 Millionen neuen Aktien rund 100 Millionen US-Dollar.
Flankiert wurde diese Transaktion durch den größten Anteilseigner Fevamotinico, der vor über einem Monat eine unbesicherte Kreditlinie über 15 Millionen US-Dollar gewährt hatte. Bei der Platzierung erhielt Ferrexpo neben Fevamotinico auch Unterstützung von Andriy Verevskyi.
Laut Bloomberg war die Kapitalerhöhung wesentlich für die Liquidität und die Fortführung des Betriebs. Wie Reuters meldete, sollte das Darlehen vor dem Vollzug der Eigenkapitalmaßnahme unmittelbare Mittel bereitstellen sowie das Betriebskapital und die Produktion absichern.
Produktion in der Ukraine läuft wieder an
Mit der finanziellen Absicherung im Rücken unternahm Ferrexpo erste Schritte zur Reaktivierung des Betriebs. Vor rund zwei Wochen nahm das Unternehmen die Produktion in der Ukraine teilweise wieder auf. Nach Angaben von Reuters ging am Wochenende nach der Finanzierungsankündigung eine Pellet-Linie wieder in Betrieb. Die Wiederaufnahme dieser Anlage erfolgte ungeachtet der anhaltenden Störungen in der Region.
Parallel zu den operativen Schritten zeichnen sich auch Veränderungen im Kreis der Anteilseigner ab. Während die Eigentümerstruktur damit neue Signale liefert, bleibt der Weg zur vollständigen operativen und bilanziellen Stabilisierung von den weiteren Entwicklungen vor Ort abhängig.
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